Exkursion der 9. Klassen nach Straßburg

Am 27. und 28.7.26 unternahm die 9. Jahrgangsstufe in den Projekttagen eine Exkursion nach Straßburg. Unterschiedliche Programmpunkte luden dazu ein, die eigenen Kenntnisse zur deutsch-französischen Geschichte zu vertiefen, aber auch die aktuelle Bedeutung von Straßburg als europäische Metropole und als Zentrum für Demokratie und Zusammenarbeit zwischen den Nationen kennenzulernen. Und endlich konnten auch französische Sprachkenntnisse im Alltag ausprobiert werden!

Das Mémorial Alsace Moselle bot als erste Anlaufstelle eine eindrucksvolle Darstellung der deutsch-französischen Beziehung seit 1870 mit Schwerpunkt auf dem zweiten Weltkrieg. Das Museum in Schirmeck dokumentiert auf anschauliche und interaktive Weise in original getreuen Nachbildungen, wie kompliziert das Leben für die Menschen im Grenzgebiet in dieser Zeitspanne gewesen ist. Umso eindringlicher wirkt daher der Appell im letzten Saal, der der deutsch-französischen Aussöhnung und der Wichtigkeit einer europäischen Einheit gewidmet ist: Die deutsch-französische Freundschaft und eine europäische Einheit basierend auf den demokratischen Grundgedanken sind eine große Errungenschaft, ihr aktueller Wert unschätzbar groß und bedeutsam für uns alle.

Doch wo wird nun dieser europäische Austausch umgesetzt? Eine Schnitzeljagd im Europaviertel oder wahlweise ein Spiel zu europäischen Fragen brachten eine erste Annährung. Zu bestaunen gab es während einer Schnitzeljagd erstmal die wichtigsten europäischen Institutionen wie z.B. das Europäische Parlament, den europäischen Gerichtshof oder das Gebäude des Europarats von außen. Mithilfe von Informationstafeln galt es verschiedene Fragen zu lösen und einen ersten Eindruck zu den Funktionen der verschiedenen Institutionen zu gewinnen. Dies wurde dann am zweiten Tag vertieft. Es stand ein Besuch des Europäischen Parlaments wahlweise mit Gruppenführung oder mit der Teilnahme an einem interaktiven Rollenspiel an. Während der eine Teil so die Bedeutung des Gebäudes und die Arbeit der Abgeordneten näher erklärt bekam und auch den Plenarsaal besichtigen konnte, kam der andere Teil in den Genuss, selbst aktiv zu werden. Eine Problemstellung war es z.B. als Vertreter der unterschiedlichen Fraktionen des Europarlaments zu erörtern, ob man Internet überall frei zugänglich zur Verfügung stellen sollte, wobei aber auch die Klarnamen der User sichtbar sein sollten. Dafür musste in den Fraktionen getagt, eigene Meinungen vor dem Plenum vorgetragen und permanent auf andere Ansichten reagiert werden. Deutlich wurde in beiden Veranstaltungen: Demokratische Prozesse sind vielseitig, sie bedürfen zahlreicher Gespräche und eines permanenten Ringens um eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten.

Bei so viel Input durften dann aber auch nicht das touristische Erkunden des lebendigen Innenstadtzentrums von Straßburg fehlen. Eine entspannte, gemeinsame Bootsfahrt auf der Ill informierte mittels Audioguide über Geschichte der Stadt, bedeutende Viertel und Gebäude. Und so konnte man den unverstellten Blick vom Wasser aus auf historische Fachwerkgebäude, das Straßburger Münster, aber auch moderne Institutionen wie ARTE werfen. Dies war in zahlreichen europäischen Sprachen möglich, eine Darstellung für Kinder und Jugendliche auf Französisch bot eine gut verständliche Version, um die eigene Fremdsprachenkompetenz zu trainieren. Abschließend gab es noch etwas Freizeit, um in kleinen Gruppen durch die Innenstadt zu schlendern, die französische Lebensart auf sich wirken zu lassen, Souvenirs zu kaufen und es sich einfach gut gehen zu lassen, bevor wir wieder nach Marktbreit aufbrechen mussten. Gerne wären wir noch ein bisschen länger geblieben…

Regine Völker