Besuch im jüdischen Museum „Shalom“
Die Sicherheitsmaßnahmen bestimmten den ersten Eindruck vom Jüdischen Gemeindezentrum Shalom Europa in Würzburg: Bewaffnete Polizistinnen bewachten das mit einem Tor verschlossene Gebäude. Im Inneren soll eine Sicherheitsschleuse verhindern, dass Unbefugte in den Synagogenbereich gelangen.
39 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen mit ihren Religionslehrerinnen wurden sehr freundlich empfangen, aber gleich auf eine ungewöhnliche Regel hingewiesen: Besuchergruppen dürfen im Gebäude nicht essen, um die kultische Reinheit nicht zu gefährden. Die zwei Stunden im Gemeindezentrum gestalteten sich so kurzweilig, dass es nicht schwer fiel zu verzichten.
Beim Gang durchs Synagogengebäude konnten die Jugendlichen ihre Kenntnisse über jüdische Feste vertiefen. Ausgestattet mit Kippa für die Jungen und Schultertüchern für die Mädchen betraten sie den Gebetsraum. Still wurde es, als die Führerin die Bedeutung von sechs Kerzen an der Wand erläuterte: Sie erinnern an sechs Millionen Juden, die unter nationalsozialistischer Herrschaft ermordet wurden. Wie feiern Juden Schabbat? Wie sehen die Torarollen aus? Das waren nur einige Fragen, die beantwortet wurden. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich lebhaft interessiert am jüdischen Glauben und seinen Gebräuchen.
Sehr beeindruckt waren sie auch von der Vielzahl jüdischer Gemeinden in Unterfranken vor 1933. Nur wenige Schülerinnen und Schüler stammten aus einem Ort, wo es keine Zeugnisse jüdischen Lebens gibt. Sie konnten kaum glauben, dass in Unterfranken einzig die Jüdische Gemeinde in Würzburg die Tradition jüdischen Lebens fortführt. Informationen im jüdischen Museum Shalom zu den Ereignissen im Lebens- und im Jahreslauf sowie Einblicke in die Kunst der Schreiber rundeten das Erlebnis ab.
Beate Krämer, Dorothe Weiß
- bsh
