Parli italiano ? – Si, un po‘

In der zweiten Hälfte der Pfingstferien brachen 14 Schüler des Gymnasiums Marktbreit nach Bibbiena ins Casentinotal in der südöstlichen Toskana auf. Dort warteten schon acht Gastfamilien und zwei Deutschklassen aus Poppi, um mit ihnen in Kontakt zu treten.

Bibbiena? Italienisch? Deutschklassen? – Der Partnerschaftsverein Ochsenfurt hatte zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Bibbiena für die Bürgerfahrt junge Leute eingeladen, an diesem besonderen Ereignis teilzunehmen. Erstmals trafen deshalb Schüler des Gymnasiums Marktbreit auf Schülern des in Poppi ansässigen sprachlichen Gymnasiums, wo man Deutsch lernen kann. Die erste Kontaktaufnahme begann schon kurz nach Weihnachten mittels Steckbriefe, was in eine rege Kommunikation über soziale Medien mündete. Und deshalb musste ein Termin gefunden werden, an dem so viele wie möglich teilnehmen und die deutschen Schüler auch noch die Schule in Italien besuchen konnten, denn dort sind ab Mittwoch, den 10.6.26, Sommerferien – drei Monate lang, was dem ein oder anderen paradiesisch vorkommen mag.

Wir haben es geschafft: Am Samstag, den 6.6.26, waren wir in das liceo linguistico, das IISS Galileo Galilei di Poppi ( = neusprachliches Gymnasium), eingeladen, zunächst in die 1a (= entspricht unserer neunten Klasse) und dann in die 2a (= entspricht unserer zehnten Klasse). Dort erwartete uns ein kurzweiliges Programm mit Kennenlernspielen, Quizduellen und anderen Sprechanlässen, bei denen in gemischten Gruppen auf Deutsch, ja und manchmal auch auf Englisch, diskutiert wurde. Und natürlich gab es auch ein großes Büfett mit italienischen Leckerbissen.

Doch unsere Fahrt war weit mehr als nur Schule: Gemeinsam mit den aufnehmenden Gastschülern und weiteren italienischen Schülern der zehnten Klasse, aber auch mit der altersmäßig bunt gemischten Reisegruppe haben wir Bibbiena und Umgebung drei Tage lang erkundet. So gab es eine von den italienischen Schülern ausgearbeitete Stadtführung in Poppi, einen offiziellen Besuch beim Bürgermeister in Bibbiena zur feierlichen Unterzeichnung des zehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft, bei dem auch der Ochsenfurter Bürgermeister anwesend war, den Besuch des Franziskanerklosters Santuario della Verna mit einer abenteuerlichen Wanderung auf den Monte Penna oder eine Schatzsuche in Bibbiena, wo man die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen und am Ende das leckerste Eis des Casentinos gewinnen konnte. Italienische Lebensart und Geselligkeit kam auch nicht zu kurz. Zwei gemeinsame Abendessen mit antipasti, primi, secondi, dolce und Musik, einmal sogar unter Sternenhimmel mit Blick in die typisch toskanische Landschaft, waren echte Highlights. So sind Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch lange Bestand haben.

Regine Völker

Eindrücke der Teilnehmenden:

„Bibbiena war mein absoluter Lieblingsurlaub, ich habe viele neue Leute kennen gelernt – Deutsche und Italiener jeden Alters. Die Menschen sind unglaublich herzlich und mit einer großen Gastfreundschaft auf mich zugekommen. Außerdem habe ich in vier Tagen Italien mindestens 18 Wörter gelernt: buongiorno, ragazzi, porca miseria, dai, Roma, fratello, allora, buona sera, prego, grazie mille, basta, fumare, la birra, il vino, frizzante, il gelato, la fragola, il capocollo, il pomodoro, il prosciutto, la torta, tutto bene,…“ (Valentin Schad, 10c)

„Ich fand es toll, den Alltag in einer anderen Kultur kennenzulernen. Beim Essen gab es immer zahllose kleine Gänge zu probieren. Jetzt habe ich tolle, neue Freunde, wie meinen Austauschpartner Tommaso.“ (Mikko Brühl, 10c)

„In Italien war das Leben sehr entspannt, tranquillo, die Menschen sehr offen.“ (Tamer Ceylan, 10b)

„Ich fand es faszinierend mich mit meiner Gastfamilie auszutauschen. Dabei habe ich gemerkt, dass es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede gibt. Die Mutter in meiner Gastfamilie hat z.B. gesagt, dass wir in der EU gemeinsame Richtlinien für KI entwickeln müssen, was ich absolut unterstütze.“ (Valentin Düren, 10c)

„Für mich war es eine kulturelle und kulinarisch sehr vielfältige Erfahrung. Egal ob der ausgelassene Fahrstil der Italiener oder die beindruckende mittelalterliche Architektur, in Italien ist für jeden was dabei. Große Empfehlung und ganz liebe Grüße an Anke, die Organisatorin auf italienischer Seite.“ (Samuel Rauh, 10c)

„Die Sonne spendet gute Laune und sorgt für reife Trauben.“ (Moritz Völker, 10b)

„Italien wusste sowohl menschlich als auch kulinarisch zu begeistern.“ (Magnus Klessen, 10b)

„Die Gegend um Bibbiena ist sehr schön, besonders der Ausflug nach La Verna hat mir sehr gefallen. Ich habe auch viele neue Erfahrungen in meiner italienischen Gastfamilie gesammelt.“ (Joelina Müller, 10b)

„Italien war ein schöner Ausgleich zum Abistress und man wurde trotz des Altersunterschieds von allen sehr herzlich aufgenommen.“ (Tabea Bermich, Q13)

„Das Erlebnis war sehr schön und hat viele neue Erfahrungen gebracht. Auch der Kontakt zu den Italienern war etwas ganz Besonderes, wir haben tolle Abende miteinander verbracht. (Viivi Wäsch, 10a)

„Auch nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten entwickelte sich am Ende eine gute Gemeinschaft und Verbindung zwischen uns. So ist eine Freundschaft entstanden, die noch lange anhalten wird.“ (Emma Preuß, 10a / Lina Schuller, 10c)

„Ich habe eine neue Kultur und ein neues Schulsystem kennengelernt. Interessanterweise durften die Italiener in den Pausen nur in den Gängen bleiben und nicht nach draußen auf den Schulhof.“ (Lara Schmitt, 10c)