Austausch Tilburg – Marktbreit
Woran erinnern wir uns, wenn wir an den Austausch in den Niederlanden 2026 denken?
Bleibt uns das strahlende Gesicht der niederländischen Schüler:innen, Eltern und der Frühlingssonne am Ankunftstag? Sind es die Fahrradtouren zur Schule und im hoch pulsierenden Amsterdam, die erfrischende Natürlichkeit unserer relaxten Gastgeber, der Strand in Zeeland, das Schiffsmuseum mit dem begehbaren Modell eines Handelsschiffes aus dem 17. Jahrhundert, an die wir zurückdenken?
Unsere holländischen Gastgeber unserer Partnerschule „De Nieuwste School“ in Tilburg boten uns auch dieses Jahr ein vielfältiges, kurzweiliges Programm, sodass die Austauschwoche wie im Flug verging und als Schatz im Gedächtnis bleiben kann.
Nachdem unsere Schüler:innen am Sonntag einen Abend mit der Gastfamilie verbrachten, lernten wir am Montag das besondere Schulleben an unserer Partnerschule kennen, denn sie will die Lernenden durch eine Kombination aus freierem Regelunterricht und Projektarbeit zu selbsttätigem, kritischem sowie individuellem Lernen ermutigen. Durch diese andere pädagogische Schwerpunktsetzung ist die Schule auch mit zahlreichen offenen Arbeitsräumen für Schüler:innen und Lehrer:innen gestaltet und die einsehbaren Klassenzimmer mit ihren Glaselementen stellen nur ein Puzzleteil der Lernlandschaften dar. Es sind die zwischenmenschlichen, geistigen und selbstgewählten Begegnungen, die so erzeugt werden.
Mit Sonnenschein zogen unsere Schüler- Gruppen am Nachmittag, „Buddy“ mit „Buddy“ – so wurden die Austauschpartner genannt – durch die Innenstadt von Tilburg. Wir durften uns zwei bis drei Orte in Tilburg aussuchen, die uns die Niederländer auf ihre Art individuell zeigen. Bleiben die Bilder der roten Backsteinhäuser mit ihren stolzen Giebeln? Die großen Geschäfte oder kleinen Läden mit großen Glasfronten? Die geruchsstarken Frietjes? Das hohe Dach der Bibliothek mit seinem Lampenmeer als Deckenfresko? Die unterirdische Garage mit unzähligen Fahrrädern, die gefühlt alle Zweiräder Bayerns beherbergen könnte? Ein guter Witz des Buddys oder Freundes? Erste holländische Wörter?
Der erste Tag wird bestimmt voller neuer Eindrücke gewesen sein.
Das persönliche Fotoalbum des folgenden Amsterdam-Tages könnte eine Schlange von Marktbreitern und Tilburgern auf „fietsen“, die sich durch enge Passagen winden, vorbei an grellen Leuchtreklamen, heimelichen Kaufmannshäusern mit grünen Miniaturgärtchen, unzähligen Brücken über die Flussadern der Stadt auf Holzstelzen und das sich über das Häusermeer erhebende Rijks-Museum enthalten. Vielleicht drückten manche oft auf den Fotoknopf, während wir im Schifffahrtsmuseum auch in das Innere eines Nachbaus eines realen Handelsschiffes der holländischen Ostindien-Gesellschaft eintauchten. Die damaligen Bedingungen an Bord und der unmenschliche Umgang mit den schwarzen Sklaven aus den Kolonien sind eigentlich zum Vergessen, aber werden es hoffentlich als Negativbeispiel nicht.
Welches Foto findet sich noch auf unserem Handy oder auf der Digitalkamera mit Sofortausdruck? Grachten? Ein Gruppenfoto im Stadtpark, auf einem großen Platz, vor dem Rathaus, einem stylischen Amsterdamer Geschäft? Ein Tanzvideo?
Der folgende Tag mit einem Ausflug nach Zeeland zu den imposanten Delta-Werken, die mit ihrer eindrucksvollen Technik zum einen dafür sorgen, dass eine Hochwasserkatastrophe wie im Jahr 1953 in der Region um Zeeland vermieden werden kann und zum anderen der Salzwasseraustausch so geregelt wird, dass das dortige Meerleben als Naturschutzgebiet erhalten bleiben kann, bot gewiss wieder schöne Motive. Waren die im Becken kreisenden Robben, der Freund oder die Freundin auf dem Oberdeck während der halbstündigen Bootstour oder im Gummiboot auf der Rutsche, die Wellen am Sandstrand, weiße Dünen mit sich im Wind biegenden Gras, Saltos und Hebefiguren ein Lieblingsmotiv? Wer traute sich, seine Füße ins kalte Wasser zu bewegen?
Ein Durchsuchen der Bilder wird sich sicher lohnen, auch wenn wir an unseren vorletzten Tag denken, das Schlittschuhlaufen in der Ireen-Wüst-Halle, das Vorbereiten auf den „bonte avond“ mit dem Kochen bei der Gastfamilie und dem Einüben sowie Vorführen witziger Tanzeinlagen. „It’s a party in the USA“ wird lange im Ohr bleiben, obwohl „geweldige tijd met vrienden“ der Titelsong einer schönen und lehrreichen Woche lauten könnte.
Dank u wel, Linsey en Martijn!
Viel Freude beim Erinnern, liebe Schüler:innen, es war toll mit euch!
Florian Geißler für die Austauschgruppe Tilburg 2026