Unsere Projekttage – Jahrgangsstufe 7

Am 27.07.2026 hatten wir Besuch von Sehbehinderten, Hörbehinderten, ihren Begleitern und einer Polizistin. Zu Beginn des Tages wurden zuerst alle von der Organisatorin, Andrea Heilmann, begrüßt und in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Unsere Gruppe ging zuerst zu Herrn Martin Weber vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund Unterfranken, der uns einen Einblick ins Leben mit technischen Hilfsmitteln gab, die er aufgrund seiner Erblindung benutzt. Er zeigte uns unter anderem technische Waagen für die Küche, ein Kochbuch, das einem die Rezepte laut vorliest. Dazu hat er uns auch die Brailleschrift, also die Blindenschrift, erklärt. Mit Brillen, die eine bestimmte Form der Erblindung simulieren sollten, haben wir eine Vorstellung für dieses Leben bekommen. Danach gingen wir zu Frau Mergenthaler, ebenfalls vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund Unterfranken und ihrem Mann, Herrn Hurrlein. Sie hatte auch ihren Blindenhund „Dosan“ dabei. Frau Mergenthaler erzählte uns viel aus ihrem Alltag, z.B. wie sie kocht, liest oder schreibt. Wir lernten, dass sie sehr gut kochen kann, indem sie jedes Gewürz in eine andere Form füllt. Zum Beispiel ist ihr Salz in einer eckigen Form und der Zucker in einer eher runden. Lesen und schreiben kann sie ebenfalls mit der Brailleschrift. Bei ihrem Mann durften wir das Gehen mit einem Blindenstock und einer Dunkelbrille ausprobieren. Mit ein wenig Übung schafften wir es sogar, den Gang entlang zu laufen.

Nach einer kurzen Stärkung gingen wir weiter zur Polizistin Kerstin Maier von der Polizeidirektion Kitzingen. Bei ihr lernten wir Verschiedenes über Straftaten und unsere eigene Meinung dazu. Durch verschiedene Übungen, wie zum Beispiel eine „Wut-Skala“, bei der wir verschiedene Situationen einschätzen mussten, lernten wir, dass jeder eine eigene Meinung hat und man dazu stehen soll.

Zuletzt durften wir uns noch mit den beiden Jugendlichen Alesja Saupe und Elias Thomas, die beide von Geburt an gehörlos sind, unterhalten. Wir haben dort viel gelernt und viele Fragen gestellt. Zum Beispiel haben wir mithilfe von kleinen Karten das Gebärdenalphabet kennen gelernt und konnten dann sogar unsere Namen buchstabieren. Besonders bleibt uns auch Frau Uta Schmitgen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Unterfranken, die im Sozialdienst für Gehörlose arbeitet, in Erinnerung, da sie die Gebärdensprache sehr gut beherrscht und uns die Kommunikation mit den Jugendlichen ermöglichte. Wir konnten uns besonders gut das Leben der gehörlosen Jugendlichen vorstellen, da sie nur ein paar Jahre älter waren als wir. Wir waren erstaunt, dass viel zu wenig Hilfe für Hörgeschädigte angeboten wird. Es gibt nur ein „reines“ Gymnasium für Gehörlose in Deutschland, nämlich in Essen, und nur eine Uni auf der ganzen Welt, an der Gehörlose problemlos allein unterwegs sein können. Nur an wenigen Gymnasien gibt es eine Zweig für Gehörlose bzw. die Möglichkeit, Abitur zu machen.

Als wir hörten, dass der Tag schon vorbei war, waren wir sehr überrascht, da es uns nicht so lang vorkam. Die Gäste bekamen zum Schluss noch ein kleines Geschenk als Dank für ihren ehrenamtlichen Besuch.

Mina Spörer und Luisa Krutina, 7c