Ein Abend der Begegnung
Einen berührenden und nachdenklichen Abend gestalteten die 9. Klassen des Gymnasiums Marktbreit am 16. Juli in der ehemaligen Synagoge Obernbreit. Die Veranstaltung bot den zahlreichen Gästen Einblicke in eine reiche Kultur und war zugleich ein eindringliches Mahnmal gegen das Vergessen.
Der Abend war geprägt von einem intensiven Spannungsfeld: Die Schülerinnen und Schüler spannten einen Bogen von der Lebensfreude, der Hoffnung und der tiefen Liebe zum Leben, die das jüdische Erbe auszeichnen, hin zu den lebenszerstörenden, menschenverachtenden Gräueltaten des Holocaust, die diese Hoffnungen einst brutal auslöschten. So berichteten sie anschaulich von den jüdischen Jahresfesten, ihren Bräuchen und der Lebensfreude, die in ihnen zum Ausdruck kommt, und stellten bedeutende jüdische Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens vor. Sie präsentierten Bildern, die von Kindern und Jugendlichen im Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín) gemalt wurden und rezitierten Gedichte der jungen Lyrikerin Selma Merbaum, die im Alter von nur 18 Jahren im Arbeitslager starb.
Musikalisch gestaltet wurde der Abend von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangstufen 9 und 12. Der „Abend der Begegnung“ zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um aus ihr für die Zukunft zu lernen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, die diesen Abend mit so viel Engagement durchgeführt haben.
Text: Dorothe Weiß/Fotos: Beate Krämer


