Die Offene Ganztagsschule: ein tägliches Abenteuer

Es ist Montagmittag, 12.55 Uhr: Die Betreuerinnen der Offenen Ganztagsschule (OGS) stehen erwartungsvoll bereit, um die 70 Schülerinnen und Schüler an diesem Tag in Empfang zu nehmen. Zuerst melden sich alle Neuankömmlinge bei Frau Knorr an, die überprüft, wer anwesend ist oder an diesem Tag entschuldigt wurde. Frau Zöller jongliert mit Schultaschen und Turnbeuteln und erinnert die Schülerinnen und Schüler an die praktischen Regalfächer, die eigens dafür bereitstehen und für Ordnung sorgen sollen. Frau Bögelein dirigiert die erste Schülergruppe, heute sind es die Fünft- und Sechstklässler und die Schülerinnen und Schüler mit Nachmittagsunterricht zur Mensa, hört erste Neuigkeiten vom Vormittag und versucht Anfragen und Mitteilungen zu beantworten und sich alles zu merken. In der Mensa hat Frau Schulze bereits den Tee für jeden vorbereitet, Frau Jakob und Frau Pfeifroth stehen mit Schöpflöffeln gewappnet an der Ausgabe der Essenstheke. Frau Zehnder organisiert währenddessen schon Helfer für das anschließende Kochprojekt mit Frau Herbst. Frau Müller bewahrt den Überblick und sorgt für einen geregelten Ablauf des gemeinsamen Mittagessens und dem abschließenden Tischdienst.

Dann folgt bereits die zweite Gruppe der Siebt- bis Neuntklässler, die es schon ruhiger angehen lassen und in fester Tischgemeinschaft ihr Essen und den Essensnachschlag genießen. Gelassen beobachten sie aus einer sicheren Distanz das Geschehen und runzeln vielleicht die Stirn, wenn die Fünftklässler aufgeregt sind. Hauptsache, sie können hinterher wieder in ihren Billardraum und sich in bewährter Runde entspannen. Ohne viel Programm.

Wenn die erste Gruppe fertig ist, beginnt die aktive Freizeit vor den Hausaufgaben. Die Sportgruppe geht wie gewohnt mit Frau Bögelein zum Tischtennis und Fußballspielen in den Bereich der bewegten Pause. Die Kochgruppe bäckt unter Anleitung von Frau Herbst Kuchen für den nächsten Tag und bereitet mit Frau Zehnder die Zutaten für den gesunden Nudelsalat vor. Frau Zöller öffnet die Schatzkiste: hier können die Schülerinnen und Schüler ihre Stempel in den Hausaufgabenheften für gute Mitarbeit gegen Kleinigkeiten einlösen. Einige Schülerinnen und Schüler möchten in die benachbarte Schülerbibliothek, um sich beim Lesen auf dem Sofa in Ruhe zu entspannen. Der Rest verteilt sich auf Spieltische, Pausenhof und Sofas und genießt die Zeit bis zu den Hausaufgaben. Pünktlich um zehn vor zwei begeben sich die Schülerinnen und Schüler sowie die Betreuerinnen in den zweiten Stock, wo sich die fünf Klassenzimmer der Hausaufgabengruppen befinden. Jetzt werden in festen Gruppen sechzig Minuten lang möglichst alle schriftlichen Hausaufgaben für den nächsten Tag erledigt und der Lernstoff individuell in der verbleibenden Zeit vorbereitet. Bei Bedarf werden die Schülerinnen und Schüler auch bis 16 Uhr von Frau Schulze bei den Hausaufgaben betreut, wenn besonders viel an Lernstoff zu bewältigen ist oder sie durch ihre Wahlfächer, wie beispielsweise Zirkus, Theater oder Robotik, später in die Hausaufgabenzeit kommen. Um fünfzehn Uhr sind die meisten „erlöst“. Frau Zöller hat für diesen Tag etwas Besonderes vorbereitet: Sie zeigt allen Interessierten wie man aus Speckstein mit Säge, Hammer und Meißel kleine Figuren und Amulette herstellen kann. Frau Knorr ist bereits mit allen Fußballbegeisterten auf dem Sportplatz und Frau Zehnder beweist den Schülerinnen und Schülern, dass selbstgeschnittenes frisches Gemüse mit eigens hergestelltem Dressing nicht nur gesund ist, sondern auch hervorragend im Nudelsalat schmeckt. Beim „Set – Spiel“ hält sich Frau Müller wacker gegen ihre beiden jungen geübten Kontrahentinnen, während Frau Bögelein ein geprelltes Bein vom Fußballturnier mit einem Kühlpack versorgt und versucht, im Streit zu vermitteln.

Ruckzuck ist der Nachmittag vorbei, Flaschen, Turnbeutel und Schultaschen verschwinden und sechs erschöpfte als auch zufriedene Betreuerinnen holen tief Luft.

Bei allem „Gewusel“ ist es gut zu wissen, dass Frau Lehrieder, unsere stellvertretende Schulleiterin und Ansprechpartnerin für die OGS, stets ein offenes Ohr für die verschiedensten Anliegen der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Betreuerinnen hat und es schafft, alle Belange hervorragend zu koordinieren.

Anne Bögelein, Diplom-Sozialpädagogin (FH), Teamleitung