Dem Klimawandel auf der Spur

Im Rahmen der alljährlichen Teilnahme zur Ausschreibung des Umweltschul-Preises befanden sich die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen während der Projekttage vom 9.03.-11.03.2020 auf Spurensuche nach Veränderungen im globalen Klimasystem. In verschiedenen Stationen setzten sie sich mit unterschiedlichen Aspekten der weltweiten Klimaveränderungen auseinander, wodurch sie verursacht werden und welche Maßnahmen gegen die globale Erwärmung sinnvoll sein könnten.

Die Fünftklässler gewannen dabei die Einsicht, dass das weltweite Klima aufgrund der Neigung der Erdachse natürlicherweise sehr verschieden ist und dass daraus auch weltweit verschiedene Auswirkungen der global zunehmenden Temperaturen folgen. In den kalten Polargebieten der Erde machen sich Folgen des Klimawandels anders bemerkbar als in den ganzjährig warmen tropischen Gebieten am Äquator. Während das zunehmende Abschmelzen der polaren Eismassen zum Beispiel den Lebensraum von Pinguinen und Eisbären immer weiter einschränkt, haben die äquatorialen Gebiete mit der zunehmenden Intensität von tropischen Wirbelstürmen zu kämpfen.

In unseren klimatisch gemäßigten Breiten in Europa verändern sich die klimatischen Verhältnisse nur in kleinen, oft kaum wahrnehmbaren Schritten, aber eine zeitliche Zuordnung der letzten zehn kältesten und zehn wärmsten Jahre machte den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass die Temperaturen der letzten Jahrzehnte langsam, aber unaufhörlich ansteigen. Dass die Erde immer wärmer wird, hängt mit dem sogenannten „Treibhauseffekt“ zusammen. Dieser von Natur aus auftretende Klimaeffekt sorgt dafür, dass die Temperaturen auf der Erde sich im Jahresmittel bei 15° C einpendeln. Ohne diesen natürlichen atmosphärischen Effekt würden die weltweiten Temperaturen bei -18° C liegen, sodass kein Leben auf der Erde möglich wäre. Die Kinder stellten fest, dass dieser Erwärmungseffekt durch sogenannte „Treibhausgase“ entsteht, allen voran das bekannte CO2, aber auch Wasserdampf, Methan und Lachgas haben einen Einfluss darauf. Aufgrund der vermehrten industriellen Nutzung von fossilen Brennstoffen zur Energiegewinnung und einer in vielen Teilen der Welt industriell betriebenen Landwirtschaft hat der Mensch seit vielen Jahrzehnten begonnen, die Konzentration dieser Treibhausgase in der Atmosphäre zu erhöhen, sodass der natürlicherweise auftretende Treibhauseffekt durch Emissionen aus Industrie, Handel, Verkehr, Haushalten und Landwirtschaft verstärkt wird.

So kamen die Fünftklässler zur Erkenntnis, dass es in Zukunft immer wichtiger sein wird, Energie klimafreundlicher, also ohne Verbrennung von Benzin, Kohle, Erdgas und Erdöl zu erzeugen, damit sich die Erde nicht noch weiter erwärmt. Denn die Zunahme von Extremwetterereignissen wie Gewitter und Stürme mit starken Regenfällen oder Hitzewellen mit großer Trockenheit sind unmittelbare Folgen der globalen Erwärmung der Atmosphäre. Außerdem schmelzen weltweit die Gletscher, was zum Meeresspiegelanstieg und damit zur Bedrohung unserer Küsten führt. Deshalb ist es sinnvoll, beim alltäglichen Verbrauch von Energie, wo es möglich ist, nachhaltig mit den Ressourcen umzugehen. So errechneten die Kinder, dass sich z.B. schon im Alltag durch die Vermeidung von Stand-by-Betrieb bei elektronischen Geräten unnütz verbrauchte Energiemengen ohne größeren Aufwand einsparen lassen. Auch alltäglicher Individualverkehr, das Einkaufen von Waren aus aller Welt und Fernreisen haben einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Energie-Pro-Kopfverbrauch eines jeden Menschen. Die Fünftklässler stellten fest, dass je nach Entwicklungsstand eines Landes sich damit auch die verbrauchten Energiemengen unterscheiden und auch das dadurch mögliche Einsparungspotential.

Sie konnten dadurch lernen, dass nicht nur viele verschiedene Faktoren gibt, welche die globale Erwärmung beeinflussen, sondern dass auch das Verhalten jedes Einzelnen von Bedeutung für das Weltklima ist und dass auch wir selbst als Konsumenten mit unserem Lebensstil darauf Einfluss nehmen können.

Frank Udhardt