Meine Erlebnisse im Frankreich-Austausch-Programm

Schon einige Tage vor dem Eintreffen des französischen Austauschschülers stand das Haus Kopf! Nicht nur die Angst, ob er sich gut einleben würde, und die bange Frage, ob er vielleicht unsympathisch sei, sondern auch Panik, was der angebliche französische ‚Schneckenfresser’ überhaupt bei uns auf dem Essenstisch haben wolle! Oh Gott, was wenn er dann doch Vegetarier ist??

Alles das ging uns durch den Kopf, aber letztendlich haben wir dann genügend Baguette gekauft, um uns fürs erste zu beruhigen!

Dann war es auch schon so weit: Am 2.4 kamen sie - fast eineinhalb Stunden zu spät - mit dem Bus aus Frankreich am Gymnasium Marktbreit an. Aufgeregt und freudig stand ich da, versuchte jemanden zu erkennen... und da war er auch schon! Kurz vergewisserte er sich noch ,ob ich denn die richtige sei, dann die Begrüßung. Ich wollte ihm die Hand reichen, doch verdattert stellte ich fest , dass mir links und rechts ein Küsschen auf die Backe gegeben wurde! Ah...peinlich....ganz vergessen, sie tun es ja alle auf die französische Art!! Leicht rötlich im Gesicht, doch strahlend brachten wir dann die Begrüßung in der Schule noch hinter uns. Zuhause stellte ich ihn noch dem Rest der Familie vor und dann wollte er auch schon ins Bett!!!! Also am ersten Abend war THIBAULT (Tibo) ja sehr erschöpft! Aber wer ist das nicht, wenn man knapp 14Stunden Busfahrt hinter sich hat!?

Die nächsten Tage waren einfach super, nicht nur wegen der Ausflüge, die zusammen riesigen Spaß machten, sondern auch weil man spürte, dass es Thibault sehr gut in der Familie gefiel!! Er zockte mit meinem Bruder X-Box oder ging mit ihm Fußball spielen. Wir hörten gemeinsam Musik, schauten Videos, gingen laufen oder er führte mal wieder eine längere ‚Hand-Fuß-Englisch-Deutsch-Französisch-Unterhaltung avec my mum! Wir fanden aber, dass Thibault echt gut deutsch konnte! Am Anfang waren die Franzosen im Allgemeinen noch etwas schüchtern, doch am Ende der Woche wurde immer mehr geredet und echte Freundschaften wurden geschlossen, besonders am Wochenende.

Freitags fuhren wir mit Thibault und seinen französischen Freunden ins Café Cairo nach Würzburg. Dort trafen wir noch weitere aus der Klasse und hatten echt viel Spaß. Doch ich denke, richtig kennen gelernt habe ich Thibault erst am Samstag Abend. Da war Party in Seinsheim! Für viele Außenstehende nichts Besonderes, doch ich sag´ euch ... wer nicht dort war, hat die witzigste Fete seines Lebens verpasst!! Durch meinen Franzosen wurde es einfach eine unvergesslich, einmalige Feier, nicht nur für mich, sondern auch für alle Seinsheimer und Besucher!! Nach 2 Uhr kannte Thibault jeden, und vor allem: JEDER KANNTE THIBAULT!! Jede Minute tanzte er wild durch den Raum mit für ihn eigentlich wildfremden Menschen, pokte in der Weltgeschichte umher, lag fast auf dem Boden vor Lachen. (...) Bis früh um 6 wurde getanzt! Sein Tanzstil war außergewöhnlich...vielleicht französisch?? Doch wir konnten einfach nicht an uns halten und haben einfach mitgetanzt. Zwar schlief mein Franzose nach dieser durchtanzten Nacht bis um 15.30 Uhr, doch ich wette, er hätte noch viel länger geschlafen, wenn meine Mutter mich nicht mit dem Satz: „Schläft er immer noch???? Schau mal nach, ob er überhaupt noch lebt!!!!“ erschreckt hätte und ich ihn dann nicht panisch aufgeweckt hätte....man kann ja nie vorsichtig genug sein!! So war zwar der Sonntag gelaufen, aber es werden wunderschöne Erinnerungen bleiben von diesem Abend!!!!!!!!!

Nachdem wir dann am Sonntag Abend von dem Abschiedsessen in der Pizzeria Cantania kamen, in der wir mit den französischen Gasten abmachten, sie gemeinsam schon in den Sommerferien zu besuchen, wurde klar: Bald heißt es „Auf Wiedersehen!“!!

Am Montag, dem 11.4, standen wir um 5.00 Uhr auf, packten die Koffer ins Auto, redeten und verabschiedeten uns letztendlich an der alten BayWa um 6.30! Viele Tränen wurden vergossen, Thibault und ich waren stark...wir haben nur gegrinst und die Woche noch mal vor unserem inneren Auge vorbei gehen sehen!! Das letzte was ich von ihm im Bus sah, als er losfuhr, war ein wunderschöner , freundlich sanfter Luftkuss! Mhhh ... französische Verabschiedung eben!!

Angelina Dampman (9b)

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