Schultag – Unitag

Zu Beginn des Schuljahres wurde mir angeboten, dass ich, insofern ich Lust hätte, für ein Semester am sogenannten Unitag teilnehmen könne. Ich war ein wenig perplex, da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, was auf mich zukäme und ob dies sich mit meinem normalen Schulalltag vereinbaren ließe.

Nachdem ich mich etwas mit dem Unitag auseinandergesetzt hatte, fand ich heraus, dass ich bei einer Teilnahme einmal pro Woche für ein Semester, in meinem Fall freitags, den regulären Unterricht gegen einen Besuch an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität tauschen würde. Ziel dieses Projektes sei es, interessierten Gymnasiasten einen tieferen Einblick in den Unialltag und verschiedene Studienfächer zu gewähren und somit die spätere Studienfachwahl zu erleichtern. Trotz meiner Sorge, dass ich das Versäumte nicht ausreichend genug nacharbeiten könnte, entschied ich mich für eine Teilnahme. Es vergingen ca. vier Wochen des ungeduldigen Wartens bis ich eine Bestätigung seitens der Universität erhielt. Daraufhin standen mir 20 verschiedene Kursangebote zur Wahl, die sich von den naturwissenschaftlichen bis hin zu geisteswissenschaftlichen Lehrstühlen erstreckten. Ich entschied mich schließlich nach längerem Grübeln für Ethnologie, Informatik und Astronomie. Bei den zwei zuletzt genannten Kursen handelte es sich um speziell für den Unitag stattfindende Vorlesungen, wohingegen Ethnologie ein herkömmliches Seminar darstellte, das primär für normale Studentinnen und Studenten abgehalten wurde. Der Ethnologiekurs beschäftigte sich während des Semester mit dem Thema „Tod, Sterben, Bestattung. Kulturelle Elemente im Wandel“, was sich mit Sicherheit nicht zu Unrecht etwas makaber anhört. Dennoch kann ich nach Abschluss des Unitags sagen, dass ich jede Stunde als extrem aufschlussreich empfand, da dieser Themenkomplex mit einer für mich bis dato unbekannten Sichtweise behandelt wurde und ich mich im Zuge dessen auch selbst intensiver mit dieser Thematik befasst habe. Das Informatikseminar bot mir die Chance, mich näher mit Netzwerkarchitektur und Strukturen im Internet zu befassen und das Erlernte anzuwenden. Der Astronomiekurs befasste sich mit Aufbau und Entstehung des Universums, besonders spannend war hierbei der Observationsabend, bei dem wir eine Sternenwarte aufsuchten und selbst Beobachtungen anstellen durften.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde die Frage von einem der Organisatoren in den Raum gestellt, ob sich das Projekt für uns schlussendlich gelohnt habe. Diese Frage kann ich mit gutem Gewissen bejahen, obgleich es teilweise nicht ganz einfach war, das Verpasst aufzuarbeiten. Alles in allem war der Unitag eine absolute Bereicherung für mich, da sowohl die Kurse als auch die Lehr- und Herangehensweisen an sich eine willkommene Abwechslung zum regulären Schulunterricht dargestellt haben und mir die Möglichkeit gaben, meinen Horizont deutlich zu erweitern.

Besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Oberstufenkoordinatorin Frau Lehrieder sowie Herrn Richter, die mich auf dieses Angebot aufmerksam gemacht haben und allen Lehrkräften, die mich während dieser Zeit unterstützt haben.

Moritz Olbrich (Q11)