„Gold“ aus alten Waben und Überwinterung

Der ideelle Wert des Bienenwachses ist noch höher einzuschätzen als der des Bienenhonigs. In früheren Zeiten hielt man Bienen hauptsächlich wegen dieses ganz besonderen „Goldes“.

Die Verfügbarkeit von Kerzenlicht war ein großes Privileg. Feste gehobener Gesellschaftsschichten oder kirchliche Feierlichkeiten beispielsweise waren ohne Kerzenlicht nicht denkbar. Trotz der heutigen chemischen Industrie haftet dem Bienenwachs immer noch ein Hauch von Luxus an. Durch unseren Sonnenwachsschmelzer als solartechnische Entwicklung können wir durch bloße Wärmeeinwirkung Wachs, wenngleich in bescheidener Ausbeute, aus den Altwaben holen und wieder Mittelwände herstellen. Will man es jedoch für die Kerzenherstellung verwenden, sollte man es zusätzlich mit einer Säure wie z. B. Zitronensäure „schönen“. Wir haben in unserer vorweihnachtlichen Kursstunde Wachsplatten zu Kerzen verschiedener Größen gerollt oder verschiedene Formen ausgeschnitten, um diese als Geschenkanhänger zu verwenden. Ein feiner Duft dieses edlen Stoffes umhüllte uns.

Auch unseren „Schul-Bienen“ mussten wir vor Weihnachten wie jedes Jahr einen Besuch auf der Wiese abstatten. Nach der umfangreichen Behandlung unserer sechs Völker im Sommer mit Ameisensäure gegen Varroa-Milbenbefall war nun eine abschließende Behandlung mit Oxalsäure angesagt. Diese wird nach dem Öffnen der Zargen zwischen die Mittelwände vorsichtig auf die Bienen geträufelt. Dadurch, dass sich die Bienen während der kälteren Jahreszeit nahe zusammensetzen und hierbei öfter ihren Platz je nach Körpertemperatur tauschen, hoffen wir, dass alle Bienen etwas „abbekommen“. Mit unserem Schulimker, Herrn Welter, haben wir auch die Menge des Futters abgewogen und festgestellt, dass fünf unserer sechs Völker genügend Futter für die kältere Jahreszeit zur Verfügung haben. Ein Volk muss wohl Anfang Februar vorzeitig von uns Zuckerwasser bekommen. Es wird spannend werden, wieviele unserer sechs „Schul-Völker“ diesen Winter überleben.

Christiane Lehrieder

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