Anouk und die Giftschlangen – Reptilien hautnah

Seit dem ersten Auftreten der Schildkröten vor 230 Millionen Jahren hat sich ihr Bauplan kaum verändert. Noelle aus Jahrgangsstufe sechs kümmert sich seit Jahren rührend um ihre Wasserschildkröte Anouk und nahm dies zum Anlass bei der Besprechung der Wirbeltierklasse der Reptilien von der Lebensweise, Eiablage oder Vermehrung der Wasserschildkröten zu berichten, wobei sie Anouk höchstpersönlich vorstellte.

Die Weibchen kriechen auf den Sandstrand, heben eine Grube aus, legen ihre Eier hinein und kehren ins Wasser zurück. Eier und schlüpfende Jungtiere waren von jeher eine leichte Beute für Landraubtiere und Vögel. Aber erst die massenweise Ausbeutung und Vermarktung der Eier sowie der Jung- und Alttiere durch die Menschen führte zu einer Bestandsgefährdung von Suppenschildkröten (für Speisezwecke), Karettschildkröte (teurer Schildpatt) und Lederschildkröte. Von Landschildkröten wie der Griechischen Landschildkröte berichtete Saskia. Sie siechten früher, als sie gerne als „Haustiere“ gehalten wurden, einem frühen Tod entgegen. Auf den Galapagos-Inseln im Stillen Ozean und auf den Seychellen-Inseln im Indischen Ozean haben zwei Arten von Riesenschildkröten überdauert. Sie können über 100 Jahre alt werden. In Indien und Südostasien kommt die Brillenschlange oder Kobra vor, an deren giftigem Biss alljährlich heute noch Tausende Menschen sterben. Auch Grubenottern Amerikas, zu denen die mit einer Schwanzrassel versehene Klapperschlange gehört, sind höchst gefährliche Giftschlangen. Riesenschlangen wie die Python haben keine Giftzähne, sondern erdrosseln ihre Beute durch Umschlingen. Rebecca und Julia hatten zu ihrem Vortrag die Haut einer Python aus Namibia mitgebracht und demonstrierten stolz, dass diese Riesenschlange bis zu 8 m lang werden kann. Zu unseren einheimischen Giftschlangen zählt die Kreuzotter, die in Süddeutschland weit verbreitet ist und die Aspisviper als giftigste Schlange Deutschlands. Elisabeth stellte weitere einheimische Schlangen wie die Ringel-, Glatt-, Schling- oder Würfelnatter vor. Die Ringelnatter stellt sich bei Gefahr tot und stinkt, die Würfelnatter kommt als Wasserschlange in Flüssen und Seen vor allem in Rheinland-Pfalz vor, ist aber vom Aussterben bedroht. Diskussion gab es um den Namen der Äskulapnatter, unserer einheimischen ungiftigen Würgeschlange. Es wurde auf den Äskulapstab hingewiesen, ein von einer Schlange umwundener Stab als Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes.

Christiane Lehrieder

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