Landwirt aus Leidenschaft: Die fünften Klassen erkunden einen Bio-Bauernhof

Wie schon im letzten Schuljahr führte eine Exkursion der Fachschaft Geographie zu einem Bauernhof aus der Region, um den oftmals aus einem städtischen Umfeld stammenden Fünftklässlern einen Einblick in die Abläufe eines landwirtschaftlichen Betriebes zu ermöglichen, was auch Bestandteil des Lehrplans ist.

Die Klassen 5a und 5c besuchten auf Einladung von Familie Krämer deren Bauernhof in Herrnberchtheim bei Uffenheim. Das Schild am Eingang verrät, dass sich der in Familientradition fortgeführte Hof für eine bäuerliche und gentechnikfreie Landwirtschaft, faire Preise, sowie eine tiergerechte Haltung einsetzt. Die Inhaber verstehen sich daher als Bio-Landwirte, welche in Deutschland (leider) noch eine Nische im landwirtschaftlichen Sektor bilden. Dass es sich dabei nicht nur um Worthülsen handelt, erkennen die Klassen bei der Besichtigung des Schweinestalls außerhalb des Dorfes, der eine Eigenkonstruktion von Herrn Krämer ist. Den Tieren wird während der Mast ausreichend Platz mit viel Frischluft geboten, weswegen ihnen auch nicht die Schwänze abgeschnitten werden müssen wie in einem konventionellen Betrieb (dort knabbern sich die Schweine in der Enge gegenseitig an). Darüber hinaus erhalten die Schweine nur Futter aus kontrolliertem Anbau und dürfen in ihrem kurzen, nur vier bis fünf Monate dauerndem Leben bis zur Schlachtreife, höchstens einmal mit Medikamenten behandelt werden, anstatt sie von vornherein mit Antibiotikum resistenter gegenüber Krankheiten zu machen. Mittlerweile übernimmt Herr Krämer sogar den Transport der Tiere zum Schlachthof selbst, weil er sich „verantwortlich fühle bis zum Tod“ seiner Schweine. Bei zwei bis drei Umtrieben im Jahr verkauft er zwischen 700 und 900 Schweine, was für ihn auch aus wirtschaftlicher Perspektive ausreichend ist. Jedoch gibt Herr Krämer zu bedenken, dass vermehrt agroindustrielle Großkonzerne wie Tönnies das Gewinnpotential eine Bio-Labels erkannt haben und auf den Markt drängen, was aus seiner Sicht über kurz oder lang wieder zu einer Massentierhaltung führen würde.

Der Rückweg zum Hof führte die Klassen an einigen familieneigenen Feldern vorbei, auf denen auf ca. 50 ha Land Ackerbau betrieben wird, z.B. Gerste, Hafer oder Sojabohnen, was die Landwirte unter anderem als Futter für die Schweine verwenden. Am Hof selbst konnten die Schüler in Kleingruppen die beeindruckende Größe der landwirtschaftlichen Maschinen wie Traktor oder Mähdrescher begutachten, die man überraschenderweise bereits in jungen Jahren ohne Führerschein steuern darf. Die in einem großzügigen Gehege gehaltenen Esel, Schafe und Ziegen hinterließen am Ende nicht nur bei den Damen einen bleibenden Eindruck und alle Schüler ließen sich im wahrsten Sinne des Wortes aus der Hand fressen!

Ein herzliches Dankeschön an Familie Krämer, Katharina und Moritz für die Zeit und Geduld, die Sie für uns aufgebracht haben!

Andreas Müller

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