Von Druckreglern bis Armaturen: Die neunten Klassen besichtigen die Firma GOK

Fast schon traditionell begab sich die Fachschaft Wirtschaft und Recht am Ende des Schuljahres mit allen neunten Klassen auf den kurzen Weg zur Firma GOK Regler- und Armaturen-Gesellschaft mbH & Co. KG. Nicht zuletzt aufgrund der räumlichen Nähe zur Schule eignet sich GOK hervorragend dafür, den Schülern die (idealtypischen) Abläufe in einem Unternehmen aufzuzeigen, bis das fertige Produkt an den Kunden verkauft werden kann. Die Mehrzahl der Arbeitsschritte erfolgt nämlich in Marktbreit, was in Zeiten von „Outsourcing“ und „Schlanker Produktion“ nicht mehr unbedingt üblich ist.

Einleitend erläuterte Herr Drexel, der sich Jahr für Jahr bereitwillig für diese wertvolle Praxiserfahrung der Schüler einsetzt, dass GOK nach dem Umzug aus Ochsenfurt schrittweise im Breitbachtal um zwei Montagehallen und ein Auslieferungslager erweitert wurde. Das familiengeführte Unternehmen (der Name stammt übrigens von seinen Gründern Josef Gottfried und Karl-Heinz Kleine) stellt heute mit 250 Mitarbeitern ca. 6.500 verschiedene Produkte her. Es handelt sich dabei um Teile, die im Zusammenhang mit Flüssiggas- und Ölfeuerungsanlagen benötigt werden, z.B. Druckregler, Armaturen, Leitungssysteme und Prüfgeräte für Flüssiggastanks. Aber auch Tankstellen profitieren von Smartboxes, die eine automatische Information an den Gaslieferant schicken, wenn ein Tank eine festgelegte Untergrenze erreicht hat. GOK spezialisiert sich neben Haushalten, Gewerbe und der Industrie auf die Sparten Caravan, Camping, Marine sowie Baustellen.

Die anschließende Führung durch den Betrieb zeichnete in chronologischer Reihenfolge die unterschiedlichen Arbeitsschritte nach, angefangen beim Wareneingang mit dem angeschlossenen (Halb-) Teilelager über die Fertigung mit Gießerei und Stanzerei, die Montage mit Lackiererei, bis hin zum Versandwarenlager mit Versandzentrum. Die Schüler erfuhren, dass die angelieferten Teile mit verschiedenen technischen und chemischen Methoden auf z.B. Vollständigkeit, Schäden oder Haltbarkeit getestet werden, damit sie im Zweifelsfall reklamiert werden können. Aber auch während des Produktionsprozesses erfolgen immer wieder Selbstkontrollen der entsprechenden Abteilungen, indem etwa ein von GOK entwickelter Crash-Sensor mit einem Beschleunigungs-Bremstest auf seine Funktionsfähigkeit hin überprüft wird, dass bei einem Unfall eines Campingwagens der Gasflasche in der Küche kein Gas mehr zugeführt wird. Was bei dem sehr informativen Rundgang auffällt ist, dass die meisten einfachen Tätigkeiten mit der Hand, und überwiegend von Frauen, ausgeführt werden, da die Automatisierung aller Arbeitsschritte für die Firma aus wirtschaftlicher Sicht nicht rentabel wäre. Aus diesem Grund stellt GOK auch viele Bauteile wie die Gehäuse für die Regler selbst her, wohingegen nur standardisierte Teile wie Schrauben oder Gummischläuche zugekauft werden. Bis zu 80 Prozent seiner Produkte hat GOK durchgehend in seinem Lager liegen, um Aufträge von Kunden, die ausschließlich im Groß- bzw. Fachhandel zu finden sind, möglichst zeitnah bearbeiten zu können.

Schließlich wurden die Klassen auch noch einmal ermutigt, schon während der Schulzeit ein Praktikum bei GOK zu absolvieren. Vielleicht entscheide sich daraufhin der ein oder andere nach seinem Abitur, sich bei dem Unternehmen beispielsweise für eine Ausbildungsstelle als Technischer Produktdesigner oder nach dem Studium als Einkäufer zu bewerben!

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Drexel und Herrn Kraus für die Zeit und Geduld, die Sie für uns aufgebracht haben!

Andreas Müller

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