Die Honigschleuder dreht sich

Die Schulbienen des Gymnasium Marktbreit waren unter der Aufsicht des Schulimkers, Herrn Johann Welter, und den „Jungimkern“ des Bienenkurses von Frau OStRin Lehrieder sehr fleißig.

Bevor sich jedoch die Honigschleuder drehen konnte, mussten die Schülerinnen und Schüler mit speziellem Entdeckelungsgeschirr die Wachsdeckel vorsichtig von den Waben abheben. Die Verdeckelung schützt den Honig gegen äußere Einflüsse und verhindert ein Auslaufen des Honigs aus den Zellen. Wenn die Schleuder mit entdeckelten Waben, die an den Holzrähmchen befestigt sind, gefüllt ist, beginnen die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht von Herrn Welter mit langsamer Geschwindigkeit zu drehen, bis es leise an die Kesselwand der Schleuder „regnet“. Hat sich die Außenseite der Wabe entleert, dreht man sie um und schleudert die Rückseite leer. 23 Grad Celsius ist die ideale Schleudertemperatur. Ist es wärmer oder kälter, muss besonders vorsichtig geschleudert werden, da es sonst zu mehr Wabenbruch kommt. Nachdem unter den Ablasshahn der Schleuder ein Eimer gestellt wurde, konnte das ersehnte „flüssige Gold“ langsam einfließen. Welche Pracht! Unser Honig läuft träge aus der Schleuder und legt sich gemächlich in Falten, das nennt man „häufeln“. Dies ist ein Zeichen für gute und wasserarme Qualität. Allerdings muss die begehrte Ernte noch mithilfe eines Siebes von Wachspartikeln befreit werden und die gefüllten Eimer sofort verschlossen werden, da Honig Luftfeuchtigkeit und Fremdgerüche aufnimmt. Die „Jungimker“ haben natürlich sofort ein extra Schälchen ihrer hervorragenden Ernte gefüllt und mit frischem Brot gekostet. Welch ein Genuss!

Honig ist ein flüssiges, dickflüssiges oder kristallines Lebensmittel, das von Bienen erzeugt wird, indem sie Blütennektar, andere Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, durch körpereigenes Sekret bereichern und verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen.

Quelle: Anhang 1 der Deutschen Honigverordnung von 1976

Christiane Lehrieder