Französische Lesung am Gymnasium Marktbreit:
Mélisa Godet, Les Augustins

Viel zu wenige, viel zu teure Wohnungen. Menschen, die im Winter auf der Straße leben, während direkt neben ihnen Häuser jahrelang leer stehen. Dagegen gibt es ein Mittel, auf französisch heißt es: squatter une maison. Genau das geschieht in Mélisa Godets Debütroman „Les Augustins“, der auf Anhieb den Prix Nouveau Talent 2014 in Frankreich gewonnen hat.

Malika, eine junge Journalistin, lebt für einige Zeit in einem squat, also einem besetzten Haus, um über dessen Bewohner, eine bunte Mischung aus Studenten, Immigranten, Obdachlosen, Aktionisten, einem jugendlichen Ausreißer und einer von Altersarmut betroffenen Achtzigjährigen sowie einem Künstler, zu berichten. Dabei kommt sie auch ihrem Vater wieder näher, der sie und ihre Mutter verlassen hat, als sie fünf Jahre alt war und erfährt die Hintergründe für seine Entscheidung.

Die liebevoll gezeichneten Figuren und eine rundum stimmige Geschichte trugen dazu bei, dass auch die Schüler/innen der 10. Klassen, der Q11 und der Q12 des Gymnasiums Marktbreit sich für den Text, der ihnen in einigen Originalauszügen vorlag, begeistern konnten. Bei der Erarbeitung standen ihnen ihre Französischlehrerinnen Annette Oechsner, Katrin Volk und Bettina Dengler tatkräftig zur Seite.

Höhepunkt dieser Original-Leseerfahrung in französischer Sprache war dann sicherlich die Begegnung mit der Autorin selbst, die am 01.12. 014 am Gymnasium Marktbreit stattfand. Nach dem Vortrag einiger Auszüge – nicht zuletzt wurde das Geheimnis um Malikas Vater gelüftet – kam es zu einem regen Austausch zwischen den Schüler/innen und der jungen Autorin, die sich sowohl durch ihren lebendigen Text und verständlichen Vortrag als auch durch ihr freundliches Eingehen auf die Schüler viele Sympathien gesichert hat.

Bettina Dengler