Lehr:werkstatt am Gymnasium Marktbreit

Seit dem Schuljahr 2013/2014 ist das Gymnasium Marktbreit eine Lehr:werkstatt-Schule. Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang im Vorjahr sind in diesem Schuljahr drei Tandems, d.h. Teams aus Lehrkräften und Studierenden der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, aktiv:

OStRin Carina Gold mit Tobias Reith im Fach Latein,
OStRin Christiane Lehrieder mit Andre Greubel im Fach Informatik und
StRin Nicole Üttinger mit Michael Rudolf in den Fächern Deutsch und Englisch.

Die Idee, die dahinter steckt, lässt sich mit wenigen Worten erklären: Ein Lehramtsstudierender (Lehr:werker) und eine Lehrkraft (Lehr:mentor) bilden ein Tandem und arbeiten über ein Schuljahr hinweg zusammen – begleitet durch Praxisseminare an der Universität und Kompetenzworkshops, die regelmäßig stattfinden. Die Lehr:werkstatt ist eine Initiative der Eberhard-von-Kuenheim Stiftung (BMW) und ihren Partnern. Für das Gelingen dieser Arbeit ist ein passgenaues Matching ausschlaggebend. Lehrkräfte und Studierende bewerben sich online in einem speziell für die Lehr:werkstatt entwickelten TandemTool, was in der Folge eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Tandems ermöglicht.

Den Gewinn, den dieses Projekt für alle Beteiligten (Lehrkraft, Studierende und Schüler/innen), darstellt, lässt sich nicht unbedingt mit wenigen Worten beschreiben: Die Rolle des Lehr:werkers im Unterricht ist aktiv. Er unterstützt also den Lehr:mentor mit steigender Lernkurve in immer größerem Umfang. Dadurch ist von Anfang an eine Differenzierung im Unterricht möglich, was kleinere Lerngruppen und damit eine individuelle Förderung von lernschwächeren Schülern ermöglicht. Der Lehr:werker gewinnt realistische Praxiserfahrung und bekommt damit einen umfassenden Einblick in die Vielseitigkeit des Lehrerberufs.

Die Rolle des Lehr:mentors im Unterricht verändert sich. Neue Unterrichtsformen werden im Unterrichtsalltag erprobt und aktuelle didaktisch-methodische Impulse aus dem universitären Bereich erweitern die Unterrichtsmöglichkeiten. Der Lehr:mentor erhält von seinem Lehr:werker ein persönliches Feedback, was sich positiv auf die Unterrichtsgestaltung auswirkt.

Die Rolle der Schüler/innen wird neu interpretiert. Die enge Zusammenarbeit mit dem Lehr:werker gibt der Lehrkraft die Chance einen anderen Blickwinkel einzunehmen und den Unterricht auch aus Sicht der Schüler/innen zu sehen. Beobachtungen im Klassenraum können im Tandem reflektiert und einzelne Schüler/innen intensiver betreut werden.

Das Projekt verlangt von beiden Seiten ein hohes Maß an Flexibilität, die Zusammenarbeit ist aber für alle Beteiligten von unschlagbarem Mehrwert. Unsere drei Lehr:werker begleiten zur Zeit ihre Lehr:mentorinnen in der Regel an zwei Tagen pro Woche. Besonders in diesen Stunden, in denen die Schüler/innen im Team unterrichtet werden, stellt sich nie wirklich Unterrichtsalltag ein – jede Stunde entwickelt sich und ist anders. Es entsteht eine Dynamik, die die gesamte Unterrichtsatmosphäre positiv beeinflusst, und die Schüler/innen begegnen unserer Arbeit im Tandem mit Aufgeschlossenheit und Begeisterung.

Fazit: Das Motto der Lehr:werkstatt „Mehr Mensch pro Schüler“ geht voll auf!

Nicole Üttinger

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