Ausstellung zum Treffen der Gruppe 47 in Marktbreit

Alfred Andersch, Walter Kolbenhoff, Nicolaus Sombart und viele mehr: Große Namen beehren die Stadt Marktbreit im Jahr 1949. Die Gruppe 47, die Avantgarde der Schriftsteller Nachkriegsdeutschlands unter Hans Werner Richter hat sich die unterfränkische Kleinstadt am Main ausgesucht, um sich zum Austausch und gemeinsamer Rezension zu treffen.

Die Ausstellung „Die Gruppe 47 – Das Treffen in Marktbreit“, erarbeitet vom Projekt-Seminar des Gymnasiums Marktbreit unter der Leitung von Frau Maria Stegmann gewährt am originalen Schauplatz, nämlich im Trausaal des Rathauses, einen Einblick in das im Jahr 1949 stattfindende Treffen der Literaten.

Der alte Trausaal im Marktbreiter Rathaus wurde kurz nach Kriegsende zum Schauplatz eines der frühesten Treffen der Autorenclique. Neben der Vorstellung zahlreicher Texte einflussreicher Schriftsteller und der Wahl eines „Siegers“ scheiden sich am 1. Mai 1949 aber auch die Geister: Neckende Satire, ein Zwietracht säender Unbekannter und ein Fass fränkischen Weins führen beinahe zur endgültigen Zerstrittenheit der Autoren und zur beispielhaften Bedeutung des Treffens.

Der unversöhnlichen Stimmung des letzten Tages zum Trotz überwindet die Gruppe die frühe Spaltung und besteht, mit jährlichen Treffen im deutschen Raum und im Ausland, bis 1967.

„Viele bilden sich ein, zur Gruppe 47 zu gehören. Aber wer wirklich dazugehört, weiß nur ich; und ich werde es nicht sagen“, sagte Hans Werner Richter über „seine“ Gruppe. Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, findet in der Ausstellung im Rathaus Marktbreit vom 18.11 bis zum 10.12. interessante Informationen zu Treffen, Teilnehmern und Entwicklung der Gruppe 47 sowie eine filmische Interpretation des Siegertextes von Marktbreit.

Die Ausstellung eröffnet ebendort am 18. November um 18 Uhr.

Hans Bischoff