Tschechienaustausch

Was machen tschechische Jugendliche in ihrer Freizeit? Ist es das Gleiche wie das, was deutsche Jugendliche machen, oder gibt es Unterschiede? „Langeweile – Auf keinen Fall“, so lautet das Motto des diesjährigen Tschechien-Austausch des Gymnasiums Marktbreit, in dem dreißig deutsche und tschechische Schülerinnen und Schüler die Freizeitkultur beider Nachbarstaaten erkunden wollen. Und so machten sich in diesem Herbst die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit ihren Lehrern Katja Schulte Bockholt und Dr. Josef Straka auf die Reise zu ihrer tschechischen Partnerschule in Zábřeh.

Wie in den letzten Jahren schon fuhr die deutsche Gruppe mit dem Zug zu ihrer etwa zweihundert Kilometer östlich von Prag gelegenen Partnerschule. Dort angekommen wurden alle aufs Herzlichste von ihren tschechischen Gastfamilien in Empfang genommen. Herzlich begrüßt wurden sie auch von Martin Paclík, dem Schulleiter des Partnergymnasiums, und von František John, dem Bürgermeister von Zábřeh, der seine Willkommensworte zur Freude aller in fließendem Deutsch sprach.

Und für die nun folgende Woche hatte Lenka Hošková, die tschechische Leiterin des Austauschs, ein abwechslungsreiches und interessantes Programm für die tschechisch-deutsche Gruppe zusammengestellt, das den deutschen Jugendlichen ein breit gefächertes Bild der Freizeitkultur tschechischer Jugendlicher bot. So besuchten die Schülerinnen und Schüler die Schule zur Ausbildung von künstlerischen Grundfertigkeiten in Zábřeh. Diese Art von Schule gibt es in jeder tschechischen Stadt und sie erfreut sich sehr hoher Beliebtheit. In Zábřeh, das etwa vierzehntausend Einwohner hat, besuchen über achthundert Kinder und Jugendliche diese Schule, in der die Bereiche Musik, Tanz, Schauspiel und Kunst unterrichtet werden.

Durch ein kleines Konzert bekamen die deutschen Jugendlichen einen Einblick, wie professionell die Schüler dort ausgebildet werden und welchen hohen Stellenwert künstlerische Fähigkeiten in der Ausbildung tschechischer Kinder und Jugendlicher haben. Außerdem lernten die deutschen Schülerinnen und Schüler das Kinder- und Jugendhaus von Zábřeh kennen. Gemeinsam unternahm die deutsch-tschechische Gruppe Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung, so besichtigte sie beispielsweise gemeinsam die Burg Bouzov. Gemeinsam wurde auch der Prag-Besuch, der jedes Jahr einen der Höhepunkte des Besuchs in Tschechien darstellt, vorbereitet. Deutsch-tschechische „Expertengruppen“ bereiteten jeweils einen Teil des Stadtrundgangs durch einen kleinen zweisprachigen Vortrag vor. Wie schon die Erfahrung in den letzten Jahren gezeigt hat, funktionierte die Kommunikation zwischen deutschen und tschechischen Jugendlichen völlig problemlos. Die Jugendlichen verständigten sich auf Deutsch, auf Englisch und in komplizierteren Fällen auch schon mal zusätzlich mit Händen und Füßen.

Nach der Besichtigung der die mächtigen Prager Burg, der Karlsbrücke, des Wenzelsplatzes und der wunderschöne Altstadt war in diesem Jahr ein Besuch des Musicals Les Miserables in der Goja-Musikhaller der krönende Abschluss der gemeinsamen Woche.

Es war für alle eine wirklich schöne und interessante Woche in Tschechien. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, das ihnen in vielerlei Hinsicht noch unbekannte Nachbarland hautnah kennen zu lernen. Sie lebten eine Woche lang in einer tschechischen Familie, besuchten eine tschechische Schule und haben nun neue tschechische Freunde. Der Abschied am Bahnhof in Prag viel allen schwer, doch zugleich wussten alle: Im Frühjahr, wenn der Gegenbesuch der tschechischen Gruppe stattfindet, gibt es ein Wiedersehen.

Katja Schulte-Bockholt

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