Projekttage am Gymnasium Marktbreit:
Ein Erfahrungsbericht der Klasse 7a

In der letzten Woche vor Schuljahresende, am 24. und 25. Juli 2014, fanden bei uns wieder die alljährlichen Projekttage statt. Für die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen waren Arbeitsgruppen zum Thema „Ein Leben mit Handicap“ vorbereitet worden.

Am Donnerstag hatten wir verschiedene Gäste an unserer Schule: Herr Schulz und Herr Tesar, beide blind – vom Bayerischen Blindenbund –, die mit ihrer Begleiterin Frau Buchberger gekommen waren, die gehörlose Frau Ehrenreich mit ihrer Gebärdendolmetscherin Frau Schmitgen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und Herr Ehbets von der Polizeiinspektion Kitzingen.

Herr Ehbets berichtete über Gewaltprävention und erklärte uns die verschiedenen Arten von Gewalt, wie z.B. Körperverletzung und Mobbing. Er informierte uns auch darüber, dass häufig Menschen mit einem Handicap Übergriffen ausgesetzt sind, weil sie sich oft nicht angemessen zur Wehr setzen können. Nach seinen Ausführungen haben wir noch einen Kurzfilm angeschaut, in dem es darum ging, wie man der Gewalt am besten entgehen kann. Im Anschluss daran haben wir eine bedrohliche Situation mit Schülern nachgestellt und Tipps bekommen, wie man sich am besten verhalten kann.

Die gehörlose Frau Ehrenreich hat uns erzählt, wie sie als Kind im Alter von elf Jahren ertaubt ist und wie sie gelernt hat, damit umzugehen. Sie berichtete uns, dass sie anfangs nur eine Erkältung hatte, doch nach einer Woche noch eine Gehirnhautentzündung dazu kam; eines morgens als sie aufwachte , konnte sie ihre Mutter, die ins Zimmer gekommen war, nicht hören. Ab diesem Augenblick war Frau Ehrenreich taub. Später ging sie in eine Gehörlosenschule, um die Gebärdensprache zu erlernen. Das Ablesen von Lippen, was sie heute sehr gut beherrscht, musste sie sich selbst beibringen.

In der folgenden Station lernten wir von Herrn Schulz, wie man mit einem Blindenstock, der auch „weißer Stock“ genannt wird, richtig umgeht. Er beantwortete uns alles, was wir zu Thema „nicht sehen können“ wissen wollten und erzählte uns auch bereitwillig von seinem Schicksal. Herr Tesar stellte uns die Möglichkeiten der Internet-Nutzung für Blinde vor. Wir waren fasziniert, dass auch Blinde ein iPhone benutzen können. Anschließend wurden uns verschiedene Hilfsmittel gezeigt, die blinden Menschen den Alltag erleichtern, wie z.B. eine sprechende Uhr, eine Hilfsmittel zum Erkennen von Geldscheinen und Münzen und eine Landkarte mit Punktschrift.

Am Ende dieses besonderen Schultages verabschiedeten wir unsere Gäste und freuten uns auf den zweiten Tag.

Klasse 7a, Karoline Hoffmann, Andrea Heilmann

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