Bionik: Alles nur abgeschaut?

Mitarbeiter der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) e. V. besuchten die sechsten Klassen des Gymnasiums Marktbreit und gaben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit selbst zu Bionik, als faszinierender Zukunftstechnologie, zu forschen.

„Kinder und Jugendliche für Zukunftstechnologien begeistern und ihnen zeigen, wie sie diese Begeisterung weiter entwickeln und erhalten können – das ist das Ziel der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) e. V.“

Das Wort „Bionik“ ist ein Kunstwort aus Biologie und Technik. Als Wissenschaft beschäftigt sich Bionik mit der Entschlüsselung von „Erfindungen der belebten Natur“ und ihrer innovativen Umsetzung in der Technik.

An verschiedenen Stationen konnten die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten professionell aufbereitete Versuche durchführen und anhand eines Laufzettels ihre Ergebnisse fixieren.

Das Experiment „Wasser weg mit dem Lotuseffekt“ behandelte die wasserabweisende Strategie der Lotuspflanze. Der Lotuseffekt basiert darauf, dass Wassertropfen von der Lotusblüte leicht abperlen. Bei unserem Versuch wird ein Glasobjektträger in der Kerzenflamme bewegt und verschiedene Wassertropfenformen auf der berußten bzw. der unbehandelten Glashälfte beobachtet. Wie sind diese unterschiedlichen Tropfenformen zu erklären? Bei der Oberfläche mit dem Lotuseffekt haften Schmutzpartikel besser am Wassertropfen als an der Oberfläche und werden dadurch entfernt. Mittlerweile kann man Wandfarben, Dachziegeln oder Badfliesen mit dem Lotuseffekt kaufen.

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich auch mit dem „Experiment mit Haken“, nämlich den anhänglichen Klettfrüchten, die als Vorbild für den Klettverschluss dienen oder mit einem Wettschwimmen verschiedener Holzformen. Auch der Traum vom Fliegen nach Otto Lilienthal kam nicht zu kurz. Flugdauer und Flugstrecke verschiedener Papierflieger musste angegeben werden. Bereits Leonardo da Vinci hat versucht, durch die Beobachtung des Vogelfluges Erkenntnisse für die Konstruktion von Flugmaschinen zu gewinnen.

Unsere Schülerinnen und Schüler kamen sehr schnell zu der Erkenntnis, dass Tiere, Pflanzen und auch Menschen ideale Vorbilder für Entwicklungen sind, die etwa in der Gebäude-, Medizin- und Verkehrstechnik zum Einsatz kommen.

Dr. Christina Oßwald, Christiane Lehrieder