Projekttage am Gymnasium Marktbreit: Leben mit Handicap

Am 25. und 26. Juli 2013 fanden an unserem Gymnasium die Projekttage statt. Die Jahrgangsstufe 7 wurde in die Themen „Leben mit einer Behinderung“ und „Schutz bzw. Umgang mit Gewalt“ eingeführt. Herr Michael Schulz und Frau Marion Petereins vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund und Frau Nina Kunt vom Bundesfreiwilligendienst informierten uns über das Leben mit einer Sehbehinderung bzw. mit Erblindung. Der gehörlose Herr Walter Henke in Begleitung der Sozialarbeiterin Frau Uta Schmittken vom Paritätischen Wohlfahrtsverband stellten uns die Gebärdensprache vor. Frau Heike Ott von der Polizeiinspektion Kitzingen sprach über das Thema „Gewalt“ und beantwortete uns viele Fragen rund um die Thematik: Arten von Gewalt, Umgang mit Gewaltsituationen, Schutz vor Gewalt.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Frau OStR' Andrea Heilmann in der Mensa wurden die siebten Klassen in Gruppen aufgeteilt, die abwechselnd die Stationen der Gäste besuchten. Herr Schulz, der aufgrund einer Krankheit vor ungefähr 20 Jahren erblindete, bezeichnete sich als glücklichen und aktiven Menschen. Er treibt regelmäßig Sport, geht z. B. Schwimmen und fährt Fahrrad – auf einem Tandem. Er zeigte uns den Umgang mit dem Blindenstock und das Führen eines Blinden. Wir durften es auch selbst ausprobieren, was es bedeutet, beim Gehen auf einen Blindenstock angewiesen zu sein.

Frau Petereins erklärte uns die Prinzipien der Blindenschrift. Bei der von Geburt an Blinden durften wir auch einen Text in Blindenschrift „übersetzen“. Neben der Blindenschrift (Braille-Schrift) beeindruckte uns auch besonders die sprechende Uhr. Weitere Hilfsmittel, die den Alltag von Blinden erleichtern, stellte uns Frau Kunt vor.

Ganz andere Hilfsmittel benötigt ein gehörloser Mensch. Herr Walter Henke erklärte uns die Grundzüge der Gebärdensprache. Frau Schmittken, die die Gebärdensprache beherrscht, ermöglichte uns die Kommunikation mit Herrn Henke. Wir selbst versuchten auch, uns mittels der Gebärdensprache zu unterhalten, was selbst schon bei einfachen Sätzen ein schwieriges Unterfangen war. Weitere wichtige Hilfsmittel sind Lichtsignale und vibrierende Handys.

Ein weiterer Schwerpunkt der Projekttage war die Veranstaltung mit der Polizistin Frau Ott, der wir viele Fragen stellen konnten. Besonders interessant für uns war es zu erfahren, wie schnell man straffällig werden kann. So kann man z. B. schon für eine Beleidigung belangt werden. Wir lernten verschiedene Formen von Gewalt kennen, erfuhren, dass besonders behinderte Menschen Übergriffen auch verbaler Art ausgesetzt sind, da sie in vielen Bereichen schwächer sind als wir.

Zusammenfassend können wir sagen, dass das Projekt „Leben mit einem Handicap“ gelungen war, denn wir haben einen Eindruck in eine ganz andere Welt bekommen, nämlich in die Welt von behinderten Menschen.

Klasse 7a