Kann sich ein Tintentropfen in Öl lösen?

Das MIND-Center (Mathematisch-Informationstechnologisches und Naturwissenschaftliches Didaktik-Zentrum) der Universität Würzburg bot in diesem Wintersemester insgesamt zehn Klassen der Jahrgangsstufe 5 die Möglichkeit, im Fach Natur und Technik mehrere Experimentalstationen, betreut von Lehramtsstudierenden, zu bearbeiten. „Kann sich ein Tintentropfen in Öl lösen“ und viele weitere Fragestellungen wurden beleuchtet. Die Klasse 5c des Gymnasium Marktbreit konnte mit ihrer Fachlehrerin, Frau OStRin Lehrieder, diese exzellente Gelegenheit wahrnehmen.

In Teams aus zwei bis vier Schülerinnen und Schülern wurde in eigens hierfür ausgestatteten Räumen am Nachmittag experimentiert. Das Material wurde von den Mitarbeitern des MIND-Center vorbereitet. Diese hatten auch hervorragende Arbeitsmaterialien für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet. Begeisterung fanden die zahlreichen iPads, welche den Kleingruppen zur Veranschaulichung zur Verfügung standen. In schnellster Flexibilität hatten die Kinder die Versuchsanleitungen mithilfe von lehrreichen Videosequenzen, die die Lehramtsstudenten vorbereitet hatten, verstanden und auf ihre Arbeitsblätter übertragen. Nun hieß es Forschergeist zu zeigen und den Versuch praktisch durchzuführen als auch die Beobachtung bzw. das Ergebnis zielgerichtet zu formulieren. Die Schülerinnen und Schüler befüllten Einmachgläser mit Wasser und Öl und tropften mit einer Pipette Tinte auf das Öl. Begeistert beobachteten die Schülerinnen und Schüler, dass die Tinte im Öl ihre Tropfenform behält, während sich die Tropfen im Wasser auflösen. Es kommt also auf das Lösungsmittel an, ob sich ein Farbstoff löst oder nicht. Auch dem pH-Wert waren die „kleinen Forscher“ auf der Spur. Mit Rotkohlsaft als natürlichem Indikator und Natronlösung bzw. Essigsäure wurden anhand violetter oder roter Farbe saure, basische oder neutrale Eigenschaften erkannt. Großen Spaß bereitete auch die Station „Bindemittel – Wasser, Bier und Ei“. Hier wurde Ockerrot mit Wasser oder Bier bzw. Ei vermischt und auf Papier aufgetragen. Beim Föhnen des Papieres kam es nicht nur zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch zu abenteuerlichen Frisuren. Bei Ei löst sich die Farbe nicht vom Papier, bei Bier etwas besser. Bei Wasser kann man die Farbe gut vom Papier streichen. Verschiedene Flüssigkeiten sind also für Pigmente unterschiedlich gute Bindemittel. Absolutes Neuland war die sogenannte Chromatographie für unsere „Spürnasen“. Kreide wurde mit einem farbigen Streifen bemalt und in Wasser gestellt. Fertig war ein einprägsames Experiment des Verfahrens der Farbtrennung. Abhängig von der Größe der Pigmente wandern die Farben unterschiedlich weit nach oben. Alles klar, oder?

Christiane Lehrieder