Der Club der Denker

Einfallsreichtum gepaart mit Wissen sowie beständige, harte Arbeit sind die Zutaten für die Auszeichnung des Gymnasiums Marktbreit als bayerische Forscherschule 2012.

Der große Moment: Florian Schwegler hält die Auszeichnung hoch, die ihm Jochen Dotterweich, der Manager des Sponsorpools, stellvertretend für alle Schüler und Lehrer des Gymnasiums überreicht hat.

Es sind Erfindungen wie ein Eieröffner, eine Nachtlesebrille oder ein schlauer Getränkekasten, mit denen Schüler des Gymnasiums Marktbreit bei „Jugend forscht“ die Juroren verblüffen. Die jungen Forscher und Tüftler arbeiten aber auch an Projekten mit Titeln wie „Untersuchung der Oberflächenexpression von gp130 und OSMR unter Interleukin-1-Stimulation“. Darunter kann sich der Laie nichts mehr vorstellen. All diese Aktivitäten zeugen davon, auf welch hohem Niveau der gymnasiale Nachwuchs forscht.

Gestern ernteten Schüler und Lehrer die Früchte ihrer langjährigen Anstrengungen. Sie sind „Forscherschule des Jahres 2012 in Bayern“. Ihren Schulpreis ließen sich die Nachwuchsforscher des Gymnasiums nicht einfach überreichen, sondern betteten den offiziellen Akt in eine Show. Sie bestand aus naturwissenschaftlichen und akrobatischen Vorführungen. Und die Mitschüler mit den tollsten Ideen, Erfindungen und „Jugend forscht“-Projekten bekamen im Lagerhaus in Marktbreit eine große Bühne.

Seit dem Schuljahr 2005/06 liefert das Marktbreiter Wettbewerbsteam beständig naturwissenschaftliche Arbeit. „Es ist nicht so, dass wir ab und zu mal Arbeiten bei Jugend forscht einreichen, sondern wir haben all die Jahre ganz viele Projekte an der Schule laufen“, sagt Dr. Christina Oßwald, eine der beiden Leiterinnen des Wettbewerbteams. Oßwald spornt die Schüler auf dem Gebiet der Biologie und Chemie an, Alexandra Graf macht mit ihnen Forschungsprojekte auf Basis der Physik und Mathematik.

Oßwald promovierte an der Universität in Würzburg und hat viele Kontakte zu den wissenschaftlichen Einrichtungen. Weil das Forschen und Ausprobieren an außerschulischen Lernorten am Marktbreiter Gymnasium einen hohen Stellenwert einnimmt, besuchten Oßwald und Graf mit Klassen etliche Experimentierstationen an Universitäten und Museen. „Das Reinschnuppern in die Laborluft hat Spaß gemacht“, sagt Lukas Nickel.

Jens Korte, Lukas Schaub und Lukas Senft führen bei der Verleihungsfeier als etwas verrückte Chemiker „Laborklänge“ vor.

An der Schule beteiligen sich die Fachschaften Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik am Wettbewerb. Insgesamt hatten die Leiter der Regionalwettbewerbe von Jugend forscht Bayern in diesem Jahr zehn Schulen für den Sonderpreis vorgeschlagen. Bei der Bewertung durch die Jury lieferten sich drei Gymnasien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vor allem vor dem Hintergrund der verhältnismäßig geringen Zahl von 651 Schülern beeindruckte die hohe Zahl an relevanten Seminaren und die Förderung des Forscher-Nachwuchses die Jury.

All dies schaffte das Wettbewerbsteam unter den erschwerten Bedingungen wegen der Generalsanierung des Gymnasiums. „Wir mussten die Labors teilweise verlagern und immer wieder in andere Räume ausweichen“, berichtet Christina Oßwald.

Der Titel „Bayerische Forscherschule des Jahres“ wird jährlich durch den Sponsorpool Jugend forscht in Bayern vergeben. In der Jury sind neben der Landeswettbewerbsleitung auch Vertreter von E.ON Bayern und dem Kultusministerium als Träger des Sponsorpools vertreten. Die ausgewählte Schule erhält neben der Auszeichnung ein Preisgeld von 3000 Euro.

„Mit diesem Geld kann die Schule ihre Ausstattung ergänzen, damit der Forschergeist aufrechterhalten wird“, sagte Dieter Götzl vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Von einem „Schul-Gesamtergebnis der Spitzenklasse“ sprach Dr. Esther Knemeyer von E.ON Bayern. Der stellvertretende Landrat Paul Streng (FW) machte seinerseits eine Analyse und zerlegte das Wort „Forscher“ in einzelne Buchstaben, denen er dann eine Bedeutung gab. „Unsere Forscher zeigten, welche Kraft in Kindern steckt, wenn sie gefördert werden“, sagte der Schulleiter, Oberstudiendirektor Anton Gernert. Er war sichtlich stolz auf Schüler und Lehrer gleichermaßen.

Sabine Paulus (Die Kitzinger)

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