Tschechien-Austausch des Gymnasiums Marktbreit

Eine Reise ins Herz der böhmischen und mährischen Küche

„Die tschechische und die deutsche Küche“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tschechien-Austausch des Gymnasiums Marktbreit. Und so machten sich 15 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrern Katja Schulte Bockholt und Dr. Josef Straka auf die Reise zu ihrer tschechischen Partnerschule in Zábřeh, um mit Hilfe ihrer tschechischen Austauschpartner die tschechische Kultur, Lebensart und eben nicht zuletzt die Essgewohnheiten unseres Partnerlandes kennen zu lernen.

Seit beinahe zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Marktbreit und dem Gymnasium Zábřeh nun schon. Und mit dem Lehrer Dr. Josef Straka, der selbst Tscheche ist und sowohl deutsch als auch tschechisch fließend spricht, hat die deutsche Gruppe in diesem Jahr einen kompetenten und in beiden Kulturen bewanderten Begleiter gewinnen können.

Wie in den letzten Jahren schon fuhr die deutsche Gruppe mit dem Zug zu ihrer etwa 200 Kilometer östlich von Prag gelegenen Partnerschule. Dort angekommen wurden alle aufs Herzlichste von ihren tschechischen Gastfamilien in Empfang genommen. Gastfreundschaft, das war die erste Erfahrung, die die deutschen Schüler machen durften, ist ein wichtiger Bestandteil der tschechischen Lebensart. Herzlich begrüßt wurden sie auch von Martin Paclík, dem Schulleiter des Partnergymnasiums, und von František John, dem Bürgermeister von Zábřeh, der seine Willkommensworte zur Freude aller in fließendem Deutsch sprach.

Und für die nun folgende Woche hatte Lenka Hošková, die tschechische Leiterin des Austauschs, ein abwechslungsreiches und interessantes Programm für die tschechisch-deutsche Gruppe zusammengestellt. So besuchten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Käsefabrik in Lostiče, die den berühmten „Olmützer Quargel“ herstellt. Auch eine Besichtigung der altehrwürdigen Barockstadt Olomouc (Olmütz) stand auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler stellten in einer mehrstündigen Projektarbeit ein kleines Kochbuch mit typisch tschechischen Gerichten her, von denen sie während ihres Aufenthalts einige auch kosten konnten. Immer wieder ging es dabei sehr lustig zu, z. B. als die Schüler die fürs Kochen wichtigen Begriffe in der jeweils fremden Landessprache lernten. Da wurden Wendungen wie „Petersilie zugeben“ – auf Tschechisch „petržel přidat“ – zunächst zu unüberwindbaren Zungenbrechern, die mit großem Gelächter begleitet wurden. Insgesamt funktionierte die Kommunikation jedoch völlig problemlos. Die Jugendlichen verständigten sich auf Deutsch, auf Englisch und in komplizierteren Fällen auch schon mal zusätzlich mit Händen und Füßen. Ein Höhepunkt der gemeinsamen Woche war sicherlich der Besuch der Hauptstadt Prag. Beeindruckt besichtigten die Schülerinnen und Schüler die mächtige Prager Burg, die Karlsbrücke, den Wenzelsplatz und die wunderschöne Altstadt. Am letzten Abend hatten sie noch die Gelegenheit, eine Vorstellung eines der in Prag berühmten Schwarzlichttheater zu besuchen.

Es war für alle eine wirklich schöne und interessante Woche in Tschechien. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, das ihnen in vielerlei Hinsicht noch unbekannte Nachbarland hautnah kennen zu lernen. Sie lebten eine Woche lang in einer tschechischen Familie, besuchten eine tschechische Schule und haben nun neue tschechische Freunde. Der Abschied am Bahnhof in Prag viel allen schwer, doch zugleich wussten alle: Im Frühjahr, wenn der Gegenbesuch der tschechischen Gruppe stattfindet, gibt es ein Wiedersehen. Und dann werden die fränkische Lebensart und die fränkische Küche Thema des Besuchs sein.

Katja Schulte-Bockholt

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