Besiegelung der Zusammenarbeit mit der ehemaligen Synagoge Obernbreit

In der letzten Woche erfolgte die feierliche Unterzeichnung der Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen dem Gymnasium Marktbreit und dem Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit durch den Schulleiter des Gymnasiums Toni Gernert und den Vorsitzenden des Fördervereins Friedrich Heidecker.

In einer kleinen Feierstunde haben sich die Vertreter des Gymnasiums Marktbreit sowie der Vorsitzende des Fördervereins Friedrich Heidecker am Gymnasium Marktbreit zusammengefunden, um ihre gemeinsame Zusammenarbeit zu besiegeln. Es waren neben der Schulleitung und den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen auch Peter Wesselowsky als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Gymnasiums Marktbreit sowie Vertreterinnen des Elternbeirats anwesend, um gemeinsam die Besiegelung der Zusammenarbeit zu begehen. Als Redner konnte Prof. Dr. Klaus Reder vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie und Volkskunde der Universität Würzburg gewonnen werden, der den Anwesenden einen Vortrag zur Geschichte des Markbreiter Raums im 19. Jahrhundert und zur Bedeutung des Judentums in dieser Zeit hielt. Er stellte den ethnographischen Teil eines so genannten Physikatsberichts vor. Es handelt sich dabei um Erhebungen, die von allen Amtsärzten Bayerns gleichmäßig abgefasst wurden und unter anderem Fragen zum Gesundheitszustand, zu den Wohnverhältnissen und den Ernährungs- und Kleidungsgewohnheiten der Bevölkerung beantworteten. Prof. Dr. Reder analysierte für die Zuhörer den Physikatsbericht von Marktbreit, der im Jahre 1855 erhoben wurde. Dabei war unter anderem sehr interessant, dass aus den differenzierten Schilderungen der Verhaltensweisen von Katholiken, Lutheranern und Juden hervorging, dass alle Religionen ohne Probleme und ohne gegenseitige Diskriminierung zusammenlebten.

Anschließend fand die feierliche Vertragsunterzeichnung statt. Der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit hat es sich zur Aufgabe gemacht,die ehemalige Synagoge zu erhalten, zu sichern und langfristig zu rekonstruieren, um sie als Raum für Begegnungen zu nutzen. Und hierauf zielt auch die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Marktbreit. Beide Institutionen verpflichten sich zu einer Zusammenarbeit bei der Beschäftigung mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Marktbreit und Umgebung. Gemeinsam wollen sie Kenntnisse ortsgeschichtlicher Prozesse vermitteln. Diese Ziele sollen durch Aktivitäten erreicht werden, in denen sich beide Vertragspartner wechselseitig unterstützen. So werden beispielsweise die Fachschaften Religion, Geschichte und Kunst Projekte und Veranstaltungen in der ehemaligen Synagoge abhalten, deren Trägerverein seinerseits den Raum kostenlos zur Verfügung stellt und den Lehrern und Schülern mit Rat und Unterstützung zur Seite steht. Diese Zusammenarbeit hat sich bereits gut bewährt, als sich unter der Leitung von Dr. Josef Endres ein P-Seminar des diesjährigen Abiturjahrgangs mit einer Ausstellung und mehreren Präsentationen um die Wiederbelebung der ehemaligen Synagoge Obernreit bemühte. Die Verterter des Gymnasiums sowie des Fördervereins hoffen auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit.

Katja Schulte-Bockholt

Weitere Bilder