Studientage der Jahrgangsstufe 10

Die zum ersten Mal in der Jahrgangsstufe 10 stattfindenden Studientage wurden von den Fachschaften Evangelische / Katholische Religionslehre und Ethik vorbereitet und unter das Thema „Verantwortung für die Eine Welt“ gestellt. Dieses globale Thema bot den Schülerinnen und Schülern viele Möglichkeiten, sich je nach Interesse einen Tag lang mit einem Schwerpunktthema zu „ihrer Welt“ auseinanderzusetzen und ihre Ergebnisse am folgenden Tag ihren Mitschülern und Lehrkräften zu präsentieren.

Den ersten Tag eröffneten Referentinnen vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg. Während Frau Elke Blüml den Zuhörern einen Überblick über die Zielsetzung und Arbeitsweise des Instituts verschaffte, vermittelte Frau Dr. Maria Speth den Zuhörern Eindrücke von ihrer Tätigkeit in einem Behelfskrankenhaus in Malawi.

Nach diesen anschaulichen Berichterstattungen nahmen die Schülerinnen und Schüler die Recherchen zu ihrem gewählten Schwerpunktthema auf. So entwickelte eine Gruppe um Herrn Matthias Katzenberger ausgehend von der bisherigen Entwicklung der Weltbevölkerung verschiedene mathematische Modelle für Prognosen der künftigen Entwicklung. Es wurden Ursachen, Einflussfaktoren und Folgen diskutiert und die Entwicklungen in den verschiedenen Ländern verglichen. Rohstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, die eng mit der Bevölkerungszahl zusammenhängen, wurden zusammen mit Herrn Manfred Engelhardt untersucht und deren Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven der ärmeren Länder eruiert. Da Kinder unsere Zukunft sind, setzten sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit deren Behandlung und deren Chancen auseinander und stellten ausdrucksstark dar, welche Verbrechen an Kindern durch Rekrutierung als Soldaten – ein Themenangebot von Herrn Harald Mott – und Kinderarbeit begangen werden. Frau Andrea Heilmann und Frau Elke Obermeier hatten angeboten, einen Einblick in die verschiedenen Schwerpunkte von Kinderarbeit zu gewinnen. Der Teufelskreislauf der Armut wurde veranschaulicht und die Auswirkungen auf das Leben der Kinder in einer selbstgedrehten Filmsequenz vor Augen geführt. Dass jeder einzelne bereits bei seinem Einkauf einen Beitrag zu einem verantwortlichen Umgang mit unserer Welt leisten kann, verdeutlichten Schüler, die unter Anleitung von Frau Nadine Schaller über Fair Trade informierten und recherchierten, wie „fair“ wir in unserer Umgebung einkaufen können. In den Pausen wurden Fair-Trade-Produkte zum Verkauf angeboten. Mit zwei „Spezialgebieten“ in unserer Welt beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler auf Initiative von Herrn Dr. Roland Kofer, die das weltweite Problem der Desertifikation am Beispiel der Sahel-Zone aufgriffen und die Frage nach langfristigen Hilfsprogrammen für die von Hungersnöten betroffenen Menschen und die Gegenmaßnahmen zur Desertifikation beleuchteten. Des Weiteren stellten sie die immer noch nachwirkenden Folgen der Kolonialherrschaft über Gebiete Afrikas vor, die als Letzte im 20. Jahrhundert ihre Freiheit aus europäischer Vorherrschaft errungen haben. Auch der musische Bereich fand an den Studientagen Beachtung. Es wurde – auf Anregung von Frau Gudrun Schneider, Frau Andrea Trißl und Frau Dorothe Weiß – die musikalische Friedens- und Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre aufgearbeitet und Parallelen in der heutigen Musikszene gesucht.

In einer abschließenden Gesprächsrunde, in der Vertreter aus allen Themengruppen teilnahmen, wurde noch einmal die Bedeutung der einzelnen Schwerpunktthemen innerhalb des übergreifenden Themas „Verantwortung für die Eine Welt“ aufgezeigt. Rückblickend lässt sich sagen, dass sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen engagiert und umfassend über die „Eine Welt“ informierten, ihre Verantwortung aufzeigten und Beispiele für die Umsetzung vorstellten.

Andrea Heilmann