Schüler testen Produkte

Im P-Seminar von Frau Eidel führten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Produkt- und Dienstleistungstests durch. Ende Januar 2012 präsentierten sie ihre Ergebnisse auf einer Pressekonferenz in der Mensa unserer Schule.

Jeder Abiturient muss in der Oberstufe ein Projektseminar (P-Seminar) besuchen, das in der 11. Klasse beginnt und Mitte der 12. Klasse endet, sich also über eineinhalb Jahre erstreckt. Thema des P-Seminars Wirtschaft und Recht 2010/2012 bei Frau Eidel war es, einen Produkt- oder Dienstleistungstest, ganz im Stil der renommierten Testinstitute wie Stiftung Warentest, durchzuführen.

Bevor die 16 Seminarteilnehmer jedoch mit dem Testen loslegen konnten, musste zunächst jeder Schüler in einer selbst erstellten Machbarkeitsstudie erörtern, welches Produkt bzw. welche Dienstleistung man auf welche Art und Weise testen kann. Dabei wurden Freibäder, Online-Reisebüros, Supermärkte, Schokolade, Zahnpasta, Notebooks u.v.m. getestet. Aus diesen möglichen (fiktiven) Tests mussten die Seminarteilnehmer nun die auswählen, die technisch, zeitlich und vor allem finanziell auch realisierbar waren. Denn eines ist dabei ganz wichtig: Die Studie muss von den Schülern selbst finanziert werden und der Zeitfaktor ist dabei auch nicht ganz unerheblich, da die anderen Schulfächer in dieser Testzeit nicht ruhen und letztendlich die Abiturprüfungen vor der Türe stehen. Entschieden haben sich die Schülerinnen und Schüler, aufgegliedert in drei Gruppen, für die Tests von Pizzen, Nagellack und Elektrofachgeschäften.

Die Gruppe „Fertigpizzen“ führte einen vergleichenden Produkttest von fünf Tiefkühlpizzen der Sorte Salami und Mozzarella durch. Es traten Marktführer wie Dr. Oetker und Wagner gegen Discountmarken von Edeka und Rewe an. Die Gruppenmitglieder testeten nicht nur selbst die Pizzen, sondern führten mit einer Testklasse in der Schulmensa eine Fremdbefragung durch. Untersucht wurde eine Vielzahl von Kriterien wie z.B. Geschmack, Knusprigkeit, Menge und Beschaffenheit des Teigs, Aussehen vor und nach dem Backen, gesundheitliche Aspekte sowie die Verpackung. Schlussendlich gewannen zwar die Markenprodukte, jedoch konnten auch die No-Name-Produkte geschmacklich überzeugen.

Der zweite Test war, nicht zur Überraschung aller, reine Frauensache. Hier wurde nämlich Nagellack von No-Name Herstellern über Naturprodukte bis hin zu (Edel-) Markenprodukten gestestet. In einer Vielzahl von Einzeltests, bei der die Haltbarkeit, Trockenzeit, Deckkraft, Konsistenz, Beschaffenheit des Pinsels, Entfernbarkeit sowie der Preis untersucht wurden, stellte sich heraus, dass nicht das teuerste und bekannteste Produkt der Testreihe gewann, sondern der Nagellack von Manhattan. „Billig muss nicht immer schlecht sein!“, war die klare Erkenntnis der Gruppe.

Die dritte Gruppe nahm Elektrofachgeschäfte unter die Lupe. Dabei stand ein eher kleines Elektrofachgeschäft vor Ort (Elektro Kleinschroth) in Konkurrenz zu den bekannten Ketten-Märkten wie Media - Markt Würzburg, Saturn Nürnberg, Expert Beck und Udo Lermann. Zu Testzwecken wurden zwei Produktsparten, Digitalkameras und Bügeleisen, ausgewählt und die Anzahl sowie der Preis der angebotenen Produkte in den jeweiligen Geschäften verglichen. Im Mittelpunkt des Tests stand jedoch der Service, der durch eine Umfrage unter den Kunden und durch Testberatungsgespräche der Gruppenmitglieder untersucht wurde. Interessant war das Ergebnis der Gruppe: „Der Saturn in Nürnberg schnitt zwar insgesamt am besten ab, aber die kleinen Märkte konnten trotz ihres kleineren Angebots aufgrund ihrer persönlicheren Beratung mithalten. Es kommt also darauf an, ob der Kunde ein größeres Angebot oder eine individuellere Beratung bevorzugt!“

Zum Abschluss des P-Seminars wurden die Ergebnisse der Tests im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz mit Hilfe von sehr gelungenen Powerpoint-Präsentationen der Öffentlichkeit präsentiert. Insgesamt muss man den drei Gruppen eine sehr kompetente und fachgerechte Arbeit bescheinigen. Sie haben deshalb ihre Seminararbeiten auch bei dem Wettbewerb „Jugend testet“ von Stiftung Warentest eingereicht. Unabhängig davon, ob die einzelnen Teams bei diesem Wettbewerb erfolgreich sein werden oder nicht, waren sich am Ende alle einig, dass sie zahlreiche Erfahrungen für die Zukunft gemacht haben. „Selbständiges Arbeiten, für etwas Verantwortung übernehmen, es planen und ausführen – ich habe auf jeden Fall etwas mitgenommen“, so Seminarteilnehmerin Stefanie Markert in der Pressekonferenz. Schließlich geht es letztendlich im P-Seminar gerade darum, nämlich neben Fach- und Methoden-, auch Selbst- und Sozialkompetenzen auszubilden.

Gerlinde Eidel

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