Besichtigung einer Biogasanlage

Die Vergärung von Biomasse wie z. B. Klärschlamm, Bioabfall, Gülle oder Festmist interessierte im wissenschaftspropädeutischen Seminar (W-Seminar) 2011/2013 der Seminarleiterin Frau OStRin Lehrieder sechzehn Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase Q11 bzw. Q12.

Sie machten sich auf und besuchten im „Bio-Energiedorf“ Hopferstadt die Biogasanlage der Familie Düchs. Herr Richard Düchs erklärte sehr engagiert, dass durch anaerobe (ohne Sauerstoff) Gär- und Fäulnisprozesse das Biogas entsteht, das je nach chemischer Zusammensetzung des Ausgangsstoffes aus 40 bis 75% Methan, 25 bis 55% Kohlenstoffdioxid, Wasserdampf sowie geringen Anteilen anderer Gase besteht. Dieses kann nach einigen Bearbeitungsschritten einem Verbrennungsmotor zugeführt werden, der einen Generator antreibt. Der so produzierte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Überschüssige Wärme des Motors kann z. B. zur Beheizung von Gebäuden verwendet werden.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren aber auch, dass aufbereitetes Biogas als Treibstoff für gasbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden bzw. an Standorten ohne Wärmeabnehmer in das Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Das „Geheimnis“ einer Biogasanlage sind die vielen verschiedenen Mikroorganismen bzw. Bakterien, die beim anaeroben Abbau der Biomasse beteiligt sind. Anders als beim aeroben Abbau mit Sauerstoff können die Organismen bei der anaeroben Vergärung nur einen geringen Anteil der enthaltenen Energie des Substrates nutzen, so dass sich die nicht nutzbare Energie im „Abfallprodukt“ Methan befindet. Als „Nebenprodukt“ wird ein als Gärrest bezeichneter landwirtschaftlich einsetzbarer Dünger produziert.

Christiane Lehrieder