Marktbreiter Gymnasiasten schafften es bis ins Halbfinale

Jüngste Mannschaft beim Roboter-Wettbewerb First Lego-League

Auch ohne seine „alten Hasen“ spielte das stark verjüngte Team „Dragons“ der Roboter-Werkstatt vom Gymnasium Marktbreit beim 6. Regionalentscheid der First-Lego-League in Tauberbischofsheim wieder vorne mit.

Das gesamte Team hat gut lachen.
Hinten von links: Matthias Katzenberger, Felix Froschauer, Jannik Hager, Sebastian Gielinger, Simon Lesch.
Vordere Reihe: Florian Corell, Jonas Endres, Lorenz Stradtner, Jan Streckfuß, Moritz Lang, Erik Zirkelbach.

Seit Mitte September beschäftigten sich die fortgeschrittenen Schüler der Roboter-Werkstatt mit dem diesjährigen Wettbewerbsthema „Body forward“, d.h. den Möglichkeiten der modernen Medizin. Sowohl im Wahlunterricht bei Herrn Matthias Katzenberger, Herrn Dr. Ulrich Groh und Herrn Walter Graf als auch in vielen Zusatzstunden nach dem Unterricht bauten und programmierten die Schüler ihren Lego-Roboter und arbeiteten an dem zugehörigen Forschungsprojekt.

Für das so genannte Robot-Game musste das Team einen Roboter entwickeln, der auf einem Spielfeld innerhalb von zweieinhalb Minuten so viele Aufgaben wie möglich bewältigt, um die begehrten Punkte zu ergattern: Da waren beispielsweise eine Knochenbrücke einzusetzen und zu testen, bösartige Zellen zu zerstören, Herzfehler zu reparieren und mit einer Handprothese ein wichtiges Patent zu ergreifen. Natürlich hatte der Roboter völlig autonom zu agieren, bei Eingreifen von Hand musste der Roboter sofort und mit Punktabzug zum Startfeld zurückgeholt werden. In diesem Jahr waren vor allem die zahlreichen Engstellen auf dem Spielfeld und viele knifflige Mechanismen eine echte Herausforderung für die jungen Roboter-Bauer: Eine hohe Präzision war gefragt.

Nach dem Aufbau der Aufgabenkulisse versuchten die Schüler daher zunächst, im internen Wettbewerb möglichst präzise zu steuernde Fahrwerke zu entwickeln. Nachdem die Entscheidung zugunsten des Modells von Jannik Hager und Felix Froschauer gefallen war, tüftelten alle Teammitglieder Anbauten aus, mit denen die verschiedenen Aufgaben so zuverlässig wie nur möglich erledigt werden konnten. Da neben den beiden zum Fahren benötigten Motoren (Vorwärts/Lenken) nur noch ein dritter Motor erlaubt war, wurde dieser durch verschiedene Anbauteile vielseitig genutzt: Er diente dem punktgenauen Absetzen von Gegenständen genauso wie dem Einsammeln oder Auslösen von Objekten.

Parallel zum Roboterbau beschäftigten sich die Schüler in einem Forschungsprojekt mit dem komplizierten menschlichen Kniegelenk, Möglichkeiten es zu schützen oder es im Falle einer schwerwiegenden Verletzung durch eine High-Tech-Prothese zu ersetzen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am Ende dem Kniespezialisten Dr. Olaf Müller aus Kitzingen, mit dem sie anschließend noch über viele Details rund ums Knie fachsimpelten: Herzlichen Dank für die geopferte Mittagspause, Herr Dr. Müller!

Am 25. November ging es dann zum Regionalentscheid nach Tauberbischofsheim, den die Universität Würzburg zum sechsten Mal gemeinsam mit den Schulen sowie dem Schulmöbelhersteller VS ausrichtete. Unter dreizehn Mannschaften – von Schulen aus Baden-Würrtemberg, Bayern und Hessen - musste nun das Marktbreiter Team an den Wettbewerbstischen und vor den Lego-League-Fachjurys bestehen.

Im Gegensatz zu den Vorjahren gelang der erste Lauf im „Robot-Game“ überraschend gut (Platz 3!) und die erreichte Punktzahl genügte am Ende der Vorrunde sogar zum Erreichen der im K.-O.-System ausgespielten Finalrunden der besten acht Teams. Das Marktbreiter Team ließ sich durch die wegen nachlassender Akkuleistung recht dürftigen weiteren Vorrundenläufe nicht beirren und fand mit frisch geladenen Akkus und optimierten Programmen in Spiel zurück: Im Viertelfinale schafften die „Dragons“ ihren besten Lauf am Wettbewerbstag und zogen so an einigen z.T. deutlich älteren Teams vorbei und ins Halbfinale ein. Jetzt waren sie unter den besten vier Teams des Turniers, konnten aber leider ihre gute Viertelfinalleistung (diese hätte gereicht!) nicht wiederholen, so dass für sie nach dem Halbfinale als viertplatzierte Mannschaft Schluss war. Ihr Gegner „CRC“ aus Marktheidenfeld schnappte ihnen nicht nur das Patent und damit 25 Punkte vor der Nase weg, sondern behielt am Ende auch im Finale gegen die Mannschaft aus Bad Mergentheim mit 730:440 Punkten aus den beiden Finalspielen klar die Oberhand und wurde mit großem Abstand Gesamtsieger. Die Marktheidenfelder Realschüler vertreten nun die Region am 4. Dezember beim südwestdeutschen Vorentscheid zum zentraleuropäischen Finale Mitte Januar im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn.

Bei der Siegerehrung gab es aber schließlich für die „Dragons“ doch noch eine kleine Überraschung: Neben einer Urkunde für den 4. Platz im Robot-Game erhielt die junge Mannschaft des Marktbreiter Gymnasiums für ihre große Ausdauer während des Turniers eine weitere Urkunde (2. Platz in dieser Kategorie!) und schrammte so sogar noch knapp an einem Pokal vorbei.

Matthias Katzenberger
Fotos: Dr. Ulrich Groh

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