Schüler des Gymnasiums Marktbreit diskutieren im Jugendkreistag

Mit 10 Schülerinnen und Schülern aus den zehnten Klassen nahm das Gymnasium Marktbreit am Jugendkreistag 2011 in Kitzingen teil.

Die Teilnehmer von links nach rechts: Valentin Beige, Alexander Brand, Tobias Hoyer, Timo Amrehn, Franz-Xaver Hetterich, Lukas Senft, Lisa Zauter, Eva-Maria Stadtelmeyer, Alena Heid, Tamara Mohr

Die Jugendlichen hatten sich im Fach Sozialkunde zuvor intensiv mit dem Thema beschäftigt, ob nach dem Ende der Wehrpflicht ein soziales Jahr verpflichtend für alle Jugendlichen ab 16 Jahren eingeführt werden soll. Um ihre Meinung vor den insgesamt 106 Zehntklässlern aus 12 verschiedenen Schulen des Landkreises Kitzingen überzeugend vertreten zu können, erstellten die Marktbreiter Schülerinnen und Schüler eine Präsentation, in der sie sich gegen die Einführung eines verpflichtenden Jahres aussprachen. Zahlreiche Thesen und Gegenvorschläge stellten das freiwillige soziale Jahr (FSJ) und das freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) als sinnvolle Alternative für Jugendliche dar. Abgerundet wurde der Schülervortrag durch die Vorstellung einer eigenen in der Oberstufe des Gymnasiums durchgeführten Umfrage. In der anschließenden Debatte zeigte sich, dass die Mehrheit der abstimmenden Schülerinnen und Schüler die Meinung der Marktbreiter teilten. An das Landratsamt erging der Auftrag, ein Beratungsangebot für die FSJ/FÖJ-Stellen im Landkreis zu schaffen sowie die Einrichtung attraktiver Stellen zu fördern.

Heiß diskutiert wurde daneben das zweite Thema des Jugendkreistages, das die Frage erörterte, ob es bei Straftaten im Jugendalter eine gelbe und rote Karte für den Führerschein geben soll. Der Abteilungsleiter der Führerscheinstelle Matthias Will informierte darüber, dass die Führerscheinstelle bereits jetzt Kenntnis von Alkohol- und Drogenmissbrauch in Verbindung mit dem Straßenverkehr erhielte, was den Jugendlichen oft nicht bewusst sei. Erster Polizeihauptkommissar Joachim Strittmatter von der Polizeiinspektion Kitzingen berichtete aus seinem Alltag und sprach sich für eine Einführung aus, konnte die debattierenden Schüler jedoch nicht ganz überzeugen. Die Beschlussfassung spiegelte die angeregte Diskussion mit einem denkbar knappen Ergebnis von 54 Nein- zu 52 Ja-Stimmen wieder. Damit sprachen sich die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich gegen die Einführung der gelben und roten Karte aus.

Die von den Schülern gefassten Beschlüsse werden nun dem Kreistag zur Diskussion vorgelegt. Insgesamt machten die Marktbreiter Gymnasiasten die Erfahrung, dass ihr Votum in der Kommunalpolitik ernst genommen wird und sich politisches Engagement für alle lohnt, die etwas verändern wollen.

Maria Stegmann