Frankreich-Austausch

„Isch bin ein bisschen Angst“, mit diesen Worten stieg meine „Corres“, und vielleicht auch viele andere französische Austauschschüler, am Samstagabend aus dem Bus aus, der sie aus Coutances zu uns nach Marktbreit gebracht hatte. 13 Achtklässler, 29 Neuntklässler sowie 3 Mädchen aus der zehnten Klasse unserer Schule nahmen am Schüleraustausch zwischen dem Collège Jaques Prévert, bzw. dem Lycée Lebrun und dem Gymnasium Marktbreit teil.

Und trotz anfänglicher Angst war es auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg! Nachdem wir sonntags den Vor- und Nachmittag zuhause verbracht hatten, war am Abend ein geselliges Beisammen organisiert, das allen den Anfang erleichterte. Meine „ Corres“ und ich verstanden uns von Anfang an sehr gut und hatten fast keine Probleme uns zu verständigen. Bei manchen meiner Klassenkameraden klappte es anfangs eher nicht so gut, aber spätestens am Ende des Aufenthaltes in Deutschland war uns unser französischer Partner richtig ans Herz gewachsen. Nachdem wir dann am Montag alle zusammen in der Mensa der Schule gefrühstückt hatten, bekamen unsere Gäste die Möglichkeit ein bisschen in den deutschen Unterricht hineinzuschnuppern, wovon meine Französin sehr beeindruckt war. Einer der Höhepunkte war die Fahrt nach Pottenstein auf die Sommerrodelbahn, wobei wir vorher noch die Teufelshöhle besichtigten und danach noch in Bamberg shoppen gehen und die Stadt erkunden durften. Nachdem die deutschen Schülerinnen und Schüler den Mittwochvormittag im normalen Unterricht verbracht hatten, während die französische Gruppe Ochsenfurt besichtigte und dort auch vom Bürgermeister empfangen wurde, konnten wir am Nachmittag alle gemeinsam Kegeln gehen. Auch am darauffolgenden Tag erlebten die Franzosen nochmal „live“ den deutschen Unterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen, danach durften wir den Nachmittag frei gestalten. Aber um der Langeweile entgegenzuwirken trafen sich immer ein paar Klassenkameraden, um auf das Frühlingsfest zu gehen, am Main zu „chillen“ oder Eis essen zu gehen.

Am Samstag fand ein gemeinsamer Ausflug nach Würzburg statt, wo wir die Marienburg und die Residenz besichtigten, und danach noch Zeit hatten, Würzburg zu erkunden und einkaufen zu gehen. Als uns dann Samstagabend bewusst wurde, dass dies einer der letzten Tage war, liefen schon die ersten Tränen. Auch den Sonntag, den ich mit meiner Corres und einigen Freunden im Schwimmbad verbrachte, versuchten wir noch einmal richtig zu genießen, denn mittlerweile hatten wir uns so aneinander gewöhnt, dass der Umstieg in das „normale“ Leben sicherlich nicht leicht werden würde. Nachdem wir unsere Austauschpartner am Montagmorgen mit vielen Tränen und Umarmungen dann verabschiedet hatten, mussten sich die Deutschen, wahrscheinlich wie die französischen Schüler auch, von einer ereignisreichen Woche erholen. Aber auch wenn es manchmal ziemlich anstrengend war und wir ab und zu ein bisschen Zeit für uns vermisst haben, kann ich nur allen ans Herz legen auch am „Echange“ mit Frankreich teilzunehmen. Man kann nicht nur sein Französisch um einiges verbessern, sondern ich habe auch viele neue Freunde gefunden und freue mich auf nächstes Jahr, in dem ich zehn Tage bei meiner „Corres“ in Frankreich verbringen werde.

Stephanie Krämer (Klasse 9c)