Des Kaisers Nachtigall

Am Ende des Schuljahres führte die Schulspielgruppe 1 das Märchen Des Kaisers Nachtigall nach Motiven von Hans Christian Andersen auf.

Der Kaiser von China, so der Hergang des Märchens, ist ein grausamer Herrscher. Nichts erwärmt sein Herz, er denkt nur an sich, nie an seine Untertanen. Doch eines Tages hört er von den wunderbaren Gesängen einer Nachtigall und setzt alle Hebel in Bewegung, diese an seinen Hof zu bekommen. Die ganze Schar von chinesischen Hofdamen und Hofherren schwärmt aus, um die Nachtigall zu suchen, denn wenn sie nicht gefunden wird, droht ihnen Schlimmstes: Es wird ihnen auf dem Bauch getrampelt. Nun, sie finden die Nachtigall, welche auch bereit ist vor dem Kaiser zu singen. Alles scheint gut. Doch die Nachtigall will sich nicht einsperren lassen. Sie möchte frei sein und ausfliegen. Deshalb bevorzugt der Kaiser eine ihm vom japanischen Kaiser geschenkte künstliche Nachtigall und verbannt den echten Vogel. Er kennt nicht den Unterschied zwischen echt und künstlich, er ist nur daran interessiert, dass alles ihm zu Willen ist. So ist er zufrieden. Er zieht die Nachtigall auf, lässt sie singen, zieht sie wieder auf, sie singt erneut. Das geht so lange gut, bis sie kaputt ist. Der Kaiser vermisst ihre Gesänge so, dass er dem Tode nahe kommt. Der Tod tritt in das kaiserliche Schlafgemach und macht dem Herrscher deutlich, was die Verfehlungen seines Lebens waren. Dann will er ihn mitnehmen. Doch jetzt kommt die echte Nachtigall zurück und erwärmt die Herzen der Anwesenden. Sie singt um das Leben des Kaisers und gewinnt es. Sie singt so wunderschön, dass sie selbst das Herz des Todes erweichen kann.

Es ist ein Märchen, das von der Freiheit handelt, von der Schönheit und von der Anrührbarkeit der menschlichen Herzen. Und es hat den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern viel Spaß gemacht, es einzustudieren. Während in den letzten Jahren lustige Komödien im Mittelpunkt der Theaterarbeit der Schulspielgruppe I standen, nahmen die Teilnehmer dieses Mal die Herausforderung an, auch einmal ernst zu spielen und zu versuchen, ihr Publikum zu rühren. Dass es geklappt hat, bewies der herzliche Applaus der Zuschauer am Ende der Vorführung.

Katja Schulte-Bockholt

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