Schüleraustausch mit dem Gymnasium Zábřeh

Noch in den letzen Tagen der Sommerferien begann dieses Jahr die erste Runde des Austauschs zwischen den Schülern des Gymnasiums Marktbreit und denen ihrer tschechischen Partnerschule in Zábřeh. Das in Nordmähren gelegene Gymnasium Zábřeh und das Gymnasium Marktbreit unterhalten schon seit sieben Jahren eine Schulpartnerschaft und haben schon viele gemeinsame Austauschprojekte miteinander durchgeführt.

In diesem Schuljahr besuchten 16 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen zusammen mit ihren Lehrerinnen Doris Jenetzky und Katja Schulte-Bockholt, die den Austausch von deutscher Seite her betreuen, ebenso viele tschechischen Jugendliche. Von tschechischer Seite wird der Austausch von Ivana Kezniklová und Ilona Kadlecová geleitet, die auch dieses Jahr wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm für ihre Gäste aus Deutschland zusammengestellt haben. So ging die tschechisch-deutsche Gruppe gleich zu Beginn des einwöchigen Aufenthalts gemeinsam im Jeseníky (Altvatergebirge) wandern. Die deutschen Schüler besichtigten die alt-ehrwürdige mährische Barockstadt Olomouc, trieben gemeinsam mit ihren neuen tschechischen Freunden Sport, besuchten mit ihnen gemeinsam den Unterricht und gewannen so einen wirklich interessanten Einblick in die tschechische Kultur und Lebensweise.

Die ganze Woche hindurch wurden sie auf das Herzlichste von ihren tschechischen Gastfamilien betreut und begleitet und lernten so die sprichwörtliche tschechische Gastfreundschaft kennen. Sowohl der Schulleiter des Gymnasiums Zábřeh, Martin Paclík, als auch Zdenĕk Kolář, der Bürgermeister der Stadt, begrüßten die deutschen Schüler persönlich und brachten ihre Freude über die langjährige Partnerschaft der beiden Schulen zum Ausdruck.

Erstmalig besuchten die tschechischen und deutschen Schüler gemeinsam das in Polen gelegene Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Gemeinsam versuchten die deutsch-tschechische Schülergruppe in einem Kunst-Projekt am Folgetag den verstörenden Eindrücken, die sie in Auschwitz gewonnen hatten, künstlerischen Ausdruck zu verleihen und sie so ein Stück weit zu verarbeiten. So hatten die deutschen Schüler die Gelegenheit, sich mit dem dunkelsten Kapitel ihrer Geschichte auseinanderzusetzen, während sie gleichzeitig durch die Teilnahme an diesem Austausch erfuhren und erlebten, dass Freundschaften zwischen den Menschen unterschiedlicher Nationalität und die Bereitschaft zu Offenheit und Toleranz einen kleinen Teil dazu beitragen kann, den Frieden und die Völkerverständigung in Europa zu wahren und zu festigen.

Der Höhepunkt der gemeinsamen Woche in Tschechien war wie jedes Jahr der Besuch in Prag. Nach einem sehr interessanten Besichtigungsprogramm folgte der Besuch in einem traditionellen Prager Schwarzlichttheater und ein festliches gemeinsames Abendessen.

Nach einer erlebnisreichen und vielseitigen Woche und einem herzlichen Abschied machte sich die deutsche Gruppe auf den Heimweg und freut sich schon sehr darauf, ihre neu gewonnenen Freunde im nächsten Frühjahr in Marktbreit zu begrüßen.

Katja Schulte-Bockholt

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