Exkursion des Leistungskurses Latein nach Rom

This is not Johnny Depp!

Rom. Petersdom, Samstag, 15.5.2010. Aufgeregt kommt eine unserer Schülerinnen auf mich zugerannt, mit den Worten: „Schauen Sie mal den Mann da an, das muss eine Berühmtheit sein, so wie der angezogen ist und sich bewegt.“ Tatsächlich, denke ich mir, als ich den Mann erblicke, der hat eine ganz besondere Ausstrahlung, wie er da mit seinem lässigen Hut, dem braun gebrannten Gesicht und dem fein getrimmten Bart auf und ab geht und die Leute mustert. Sieht ein bisschen aus wie Johnny Depp, denke ich bei mir. „Und er hat ganz cool ‚Hi!‘ gesagt“, fügt die Schülerin hinzu. Als ich wieder in seine Richtung sehe, war er auch schon verschwunden.

Wir konnten uns also wieder den Sehenswürdigkeiten widmen, wegen derer wir uns eigentlich in diesem Zentrum der katholischen Kirche befanden, sei es die berühmte Pietà von Michelangelo, der Papstaltar über dem Petrusgrab oder natürlich das Gebäude selbst, dessen Inneres mit einer Länge von 186 m und einer Höhe von 45 m bzw. von 119 m im Kuppelraum sehr beeindruckt. Bevor wir das Innere besichtigten, waren wir auf das Kuppeldach gestiegen, von dem Schwindelfreie aus 137 m Höhe ein berauschendes Panorama der ewigen Stadt genießen können.

Dieser Besuch von San Pietro in Vaticano war nur einer von vielen Höhepunkten der Fachexkursion. An den Tagen zuvor standen zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus dem antiken und dem christliche Rom auf dem Programm. Vor Ort und Stelle informierten die Kollegiatinnen und Kollegiaten ihre Mitschüler durch sorgfältig ausgearbeitete und interessant vorgetragene Referate z.B. über die Kirche Santa Maria Maggiore, die Engelsburg, das Pantheon, den Konstantinsbogen oder über Plätze, Triumphbögen und Tempel des Forum Romanum.

Die betreuenden Lehrkräfte Herr Schurz und Herr Nusko und die 16 Mitglieder des Latein-LKs stellten dabei unter Beweis, dass sie sich auch von immer wieder einsetzenden Regenschauern nicht die gute Laune verderben lassen. Dem Regen wurde getrotzt, und das nicht zuletzt durch die Hilfe von indischen und pakistanischen Regenschirmverkäufern, die mit den ersten Regentropfen zuhauf aus dem Nichts aufzutauchen schienen und in nicht unaufdringlicher Manier ihre Ware anpriesen. Hatte es aufgehört zu regnen, kamen selbige ebenso schnell wie zuvor auf den unbedarften Touristen zu, diesmal aber, um Sonnenschirmchen und -hütchen an den Mann zu bringen. Auch Sonnenschein konnten wir, Jupiter sei Dank, genießen, z.B. als wir bei sommerlichen Temperaturen den Palatin, einen der bekannten Hügel Roms, erkundigten.

Die Hügel erklommen wir alle; auch den Gianicolo, von dem aus wir bei Nacht einen stimmungsvollen Blick auf die Stadt geschenkt bekamen. Auf dem Aventin nahmen wir eines Mittags unser tägliches Picknick zu uns und labten uns an Käse, Wurst, Tomaten und Brot.

So bleiben den Teilnehmer/innen an dieser Romfahrt viele schöne und wertvolle Erinnerungen, und über so manches witzige Erlebnis werden sie sich wohl noch des Öfteren austauschen. Den feinen Herrn mit Hut aus dem Petersdom trafen wir übrigens auf dem Petersplatz wieder, und als einige unserer Mädchen ihn fotografieren wollten, kam eine junge Frau, wahrscheinlich seine Freundin, mit abwehrender Geste auf sie zugestürmt und rief in der Tat: „Stop it! This is not Johnny Depp!“

Stefan Schurz