Roboter des Marktbreiter Gymnasiums fährt auf den ersten Platz

In seinem dritten Vorrundenlauf erzielte das Team Dragons vom Gymnasium Marktbreit beim diesjährigen Regionalentscheid der First-Lego-League in Tauberbischofsheim die mit Abstand höchste Punktzahl aller 48 Wertungsläufe und setzte damit den Maßstab in der Kategorie Robot-Game.

Das gesamte Team mit beiden Betreuern hat gut lachen.
(hinten von links: Dr. U. Groh, Frederic Wendel, Bastian Pöschl, Matthias Walter, M. Katzenberger. Vordere Reihe: Michael Stich, Jonas Endres, Simon Englert, Florian Corell, Manuel Dill. Liegend: Lukas Remling).

Die Vorbereitung auf den First-Lego-League-Wettbewerb

Seit Schuljahresbeginn im September drehte sich für eine Gruppe von fortgeschrittenen Schülern der Roboter-Werkstatt am Gymnasium Marktbreit alles um das diesjährige Wettbewerbsthema „Smart move“, also die geschickte Organisation von Transportvorgängen. Sowohl im Wahlunterricht bei Herrn Katzenberger und Herrn Dr. Groh als auch in vielen Zusatzstunden nach dem Unterricht und sogar in den Ferien bauten und programmierten die Schüler ihren Lego-Roboter und arbeiteten an dem zugehörigen Forschungsprojekt.

Die zu bewältigende Aufgabe

Für das so genannte Robot-Game musste ein eigenständig agierender Roboter entwickelt werden, der auf einem Spielfeld innerhalb von zweieinhalb Minuten so viele Aufgaben wie möglich bewältigt, um die begehrten Punkte zu ergattern: Da waren beispielsweise Objekte einzusammeln, ein Fahrzeug und die Sicherheit der Mitfahrer zu testen sowie mehrere Puffereinheiten auszulösen. Dabei mussten aber Zusammenstöße mit Sensorwänden und Warnlichtern in jedem Fall vermieden werden. Sonst drohte ebenso wie beim Eingreifen von Hand Punktabzug. Schließlich war der Roboter noch an einer von mehreren möglichen Stellen zu parken. In diesem Jahr erwies sich insbesondere die vorgegebene Zeit als problematisch, da viele der über das gesamte Spielfeld verstreuten Aufgaben eine hohe Präzision und damit langsames Fahren erforderten.

Die Konstruktion des „Smart-move“-Roboters

Nach dem Aufbau der Aufgabenkulisse war den Schülern schnell klar, dass ihr Roboter auf dem Weg zum Zielgebiet am besten über zwei Mauern fahren sollte. Dies erforderte aber die Konstruktion eines völlig neuen Fahrwerks. Anschließend tüftelten sie Anbauten aus, mit denen die verschiedenen Aufgaben möglichst zuverlässig erledigt werden konnten. Da neben den beiden zum Fahren benötigten Motoren (Vorwärts/Lenken) nur noch ein dritter Motor erlaubt war, musste dieser vielseitig nutzbar sein. Unter der Leitung von Matthias Walter entstand so ein allein durch diesen dritten Motor mehrfach aufzuklappender Hebelarm, mit dem es dem Roboter gelang, wertvolle aber leider schwer zugänglich aufgestellte Schlingen einzusammeln. Diese wahre Ingenieurskunst beeindruckte nicht nur die anderen „alten Hasen“ im Team sondern auch die Fachjury in Tauberbischofsheim: Obwohl ausgerechnet bei der Vorführung der Technik die Akkus schlapp machten bescherte uns diese außergewöhnliche Konstruktion schließlich Platz 4 in der Kategorie Roboter-Design.

Das begleitende Forschungsprojekt

Beim Forschungsprojekt beschäftigten sich die Schüler mit der Frage, wie das für eine ländlich gelegene Schule (z.B. Gymnasium Marktbreit) besonders gravierende Problem langer Wartezeiten bei der Schülerbeförderung gelöst werden kann: Ihre Idee einer „Börse für Mitfahrgelegenheiten“ setzten sie auch sofort in die Tat um: Auf der Internetseite der Schülerzeitung (www.grauzone-marktbreit.de) richteten sie ein Kontaktformular ein, mit dessen Hilfe Schüler und Eltern ihre Fahrten von und zur Schule koordinieren können. Die Kontaktaufnahme im Internet erfolgt natürlich anonymisiert, der persönliche Kontakt wird in der Schule hergestellt.

Der spannende Wettkampftag

Am 12. November ging es dann zum Regionalentscheidnach Tauberbischofsheim, den die Universität Würzburg gemeinsam mit den Schulen sowie dem Schulmöbelhersteller VS ausrichtete. Unter sechzehn Mannschaften – von Schulen aus Baden-Württemberg bis zur Oberpfalz – musste nun das Marktbreiter Team an den Wettbewerbstischen und vor der Lego-League-Fachjury bestehen.

Eine böse Überraschung

Dass dies nicht einfach werden würde, zeigte sich bereits bei der Ankunft. Ein Blick auf die Wettbewerbstische lieferte eine böse Überraschung: Entgegen den vorherigen Informationen war das Spielfeld an einer anderen Bande des Tischs ausgerichtet als bei der Vorbereitung in Marktbreit. Offenbar hatte das Team diese Regelauslegung der nationalen Wettbewerbsleitung nicht erreicht. Zwar ging es „nur“ um ca. zwei Zentimeter, welche die Dragons jedoch sofort vor Probleme stellten. Stoßstangen mussten gekürzt und Programme geändert werden. Leider führten die fehlenden Zentimeter auch zu Problemen beim Drehen des Roboters an einer Engstelle, wo der Roboter nun gelegentlich anstieß und dann ungenau weiterfuhr. Entsprechend mager fiel das Ergebnis des ersten Laufs aus.

Die Aufholjagd

Doch die Dragons ließen sich nicht entmutigen, bliesen zur Aufholjagd, änderten ihre Strategie und optimierten Roboter und Programmierung weiter. So holten sie im dritten Lauf die meisten Punkte überhaupt und zogen als Erstplatzierte in die Finalrunden ein. Nun wurde es richtig spannend: Im K.O.-System ging es weiter bis ins Finale. Sogar die Vorjahressieger aus Bad Mergentheim konnten die Dragons im Halbfinale hinter sich lassen. Leider hatten sie im Finale etwas Pech und schafften es nicht, ihre Spitzenleistung aus der Vorrunde zu wiederholen. Zwar hatten auch die Finalgegner, die „Rosa Ranks“ aus Marktheidenfeld Probleme, behielten aber mit 590:510 Punkten aus den beiden Finalspielen die Oberhand und wurden Gesamtsieger. Sie vertreten nun die Region Ende November beim süddeutschen Vorentscheid zum zentraleuropäischen Finale Anfang Dezember in Paderborn.

Auf dem Siegertreppchen

Da die Wertung der Kategorie Robot-Game aber aus den 48 Einzelläufen der Vorrunde gebildet wird, können sich die Dragons vom Gymnasium Marktbreit in diesem Jahr über einen 2. Platz (im Finale) und einen 1. Platz (höchste Punktzahl im Robot-Game) freuen.

Matthias Katzenberger

Weitere Bilder