Was steckt wirklich in unseren Lebensmitteln?

Besuch des LK Biologie (K12) im Lehr-Lern-Labor der Universität Würzburg

In Zeiten von Fleischskandalen und Meldungen von „Analogkäse“ und „Gelschinken“ bleiben Verbraucher oft verunsichert und ratlos an der Lebensmitteltheke zurück. Gäbe es ein einfaches und schnelles Verfahren, mit dem Fleisch- und Milchprodukte wie Wurst und Käse untersucht werden könnten, würden wir es sicher häufig anwenden. Dass solche Nachweisverfahren jedoch oft eine zeitaufwändige Sache sind, erfuhren die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie im Lehr-Lern-Labor der Universität Würzburg.

Grundlage der Untersuchung war der Nachweis von tierart-spezifischer Erbsubstanz (DNA). Sowohl Fleisch als auch Milch sowie deren Verarbeitungsprodukte enthalten DNA-Anteile der originären Tierart. Die DNA ist so stabil, dass sie auch nach Produktionsprozessen in noch ausreichender Quantität und Qualität vorhanden ist, um eindeutige Identifizierungen vornehmen zu können.

So untersuchten die Kollegiatinnen und Kollegiaten fünf verschiedene Wurstsorten im Hinblick auf die deklarierten Tierarten. War in den vorliegenden Lebensmitteln tatsächlich wie ausgewiesen Schwein, Rind, Pute oder Huhn enthalten? Zunächst wurde die DNA isoliert, gereinigt und in einer Polymerasekettenreaktion (PCR) vermehrt, dann in einer Gelelektrophorese aufgetrennt und anschließend mit einer bestimmten Färbemethode sichtbar gemacht. Und siehe da, tatsächlich waren die angegebenen Tierarten in den untersuchten Nahrungsmittelproben enthalten. Wie viel davon in dem jeweiligen Lebensmittel vorhanden war, sei dahin gestellt.

Die Gymnasiasten arbeiteten zielstrebig und konzentriert und waren begeistert von dem gut organisierten und modern ausgestatteten Forschungslabor. Neben dem Experimentieren wurden ihnen auch allgemeine Informationen zum molekularbiologischen Arbeiten vermittelt. Unterstützt durch das Lehr-Lern-Labor der Universität Würzburg (Didaktik Biologie) konnte die naturwissenschaftliche Ausbildung der Kollegiaten unserer Schule weiter vertieft werden.

Dr. Christina Oßwald

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