Komm mit ins Varieté

Vorhang auf und Manege frei hieß es wieder für die über 100 Artisten des Schulzirkus Gymnelli des Gymnasiums Marktbreit. Die Vorstellungen des Zirkus sind schon lange ausverkauft, Werbung ist nicht mehr notwendig, da die Aufführungen inzwischen in ganz Unterfranken bekannt sind. Heuer mussten ausgegebene Karten sogar zurückgefordert werden, da Brandschutzmaßnahmen eingehalten werden mussten.

Zirkusdirektorin Barbara Clobes hat seit Schuljahresbeginn die Artisten trainiert. Doch mit Beginn der Vorstellung hat sie nicht viel zu tun, denn nach der Begrüßung der vielen Zuschauer, die sich in der Turnhalle drängen, hat sie frei. Jetzt sind die Zirkuskinder an der Reihe. Hinter den Kulissen, in diesem Falle in den Umkleiden der Turnhalle, ist nervöses Gelächter und aufgeregtes Getuschel zu hören. Die Artisten kontrollieren ihre Utensilien, die verschiedenen Kostüme, überprüfen, ob alles bereit liegt und nicht irgendetwas vergessen wurde. Die über 100 Zirkuskinder sind für die nächsten drei Stunden für sich selbst verantwortlich und müssen dafür sorgen, dass die ausverkaufte Vorstellung, wie in den Jahren zuvor, ein Erfolg wird.

„Komm mit ins Varieté“ war das diesjährige Motto, und die Zuschauer konnten sich tatsächlich in den Wintergarten in Berlin oder den Krystallpalast nach Leipzig versetzt fühlen. Feuerswinging und Jonglieren mit Feuerkeulen ließ die Zuschauer gleich zu beginn schaudern. Alle artistischen Leistungen und Kunststücke, die der Zirkus hergibt waren an diesem Abend wieder zu sehen. Die Choreographie und die passend ausgewählte Musik verstärkten den optischen Eindruck, den die Artisten in den farbenprächtigen, zu den Vorführungen passenden Kostümen boten. Klassische Zirkuselemente, wie Jonglage, egal ob Bälle, Keulen oder Ringe, Kugellauf oder Trapez wechselten mit witzigen Vorführungen mit Schwarzlicht in dem die Noten tanzen, Snakeboard- und Einradfahren oder Seilspringen in allen Variationen, die man sich nur vorstellen kann. Das Können und die Magie der Artisten verzauberte den ganzen Abend über.

Die Gruppe der Bodenturner, witzig begleitet von „Beethoven“, zeigte Räder, Sprünge, Flic-Flacs und wirbelte über die Minitrampoline durch die Luft. Die Darbietungen mit den Diabolos werden von Jahr zu Jahr ausgefeilter, gekonnter und perfekter, und selbst die Zirkusneulinge überraschten mit ihrem Können. Coole Gangster mit Sonnenbrille und Hut, die im Takt wippten, wirbelten Devil-Sticks durch die Luft. Immer wieder schön anzusehen sind die Balljonglagen, die dieses Jahr von den Clowns präsentiert wurden.

Erstaunlich ist immer wieder wie viele Zirkuskinder das Einradfahren beherrschen. Auch die Neulinge sind richtig gut darin und bilden Ketten und Kreise. Die Profis fahren vorwärts und rückwärts, tanzen regelrecht. Die Steigerung ist dann das Fahren auf dem Hocheinrad, das immer mehr Akrobaten beherrschen. Abwechslung boten die rosaroten Häschen mit ihrem Hula-Hoop-Reifen und die Truppe mit der Leiterakrobatik.

Kraft und Eleganz war in der Adagio-Akrobatik und beim Akrobatik-Duo zu sehen, deren Darbietungen genau auf die Musik abgestimmt sind. Einen großen Raum nehmen seit einigen Jahren die Luftakrobaten im Zirkus Gymnelli ein. Ihre Darbietungen mit Drehungen und Falltechniken lassen den Atem stocken und entlocken den Zuschauern manchmal einen Angstschrei. Sie können tatsächlich mit jedem großen Zirkus mithalten.

Am Aerial-Ring der durch die Luft schwebt zeigten einige Zirkuskinder ihr artistisches Können, und man konnte sich den Flug zu den Sternen gut vorstellen. Am Trapez waren Clowns zu sehen, witzig frech, aber beeindruckend. Die Steigerung war „Goldfinger“ am Partnertrapez, und einen regelrechten Tanz bot die Vorführung auf dem 4-er-Trapez.

Immer mehr Zirkuskinder beherrschen die Technik des Vertikal-Tuchs, die besondere Kraft erfordert. Auch hier waren Anfänger zu sehen, die die Technik in der kurzen Zeit seit Schuljahresbeginn erlernt hatten. Wenn dann jedoch die Könner die Tücher bis unter das Dach hochklettern und ihre Künste, die enorme Kraft fordern, voller Eleganz zeigen, sind die Zuschauer fasziniert.

Schön anzuschauen waren auch dieses Jahr wieder die unterschiedlichsten Pyramiden, die in kürzester Zeit entstanden. Unterhaltsam waren auch die Zwischennummern, sei es das Hütchenspiel, der Can-Can, Hutjonglage, Erinnerungen an Papa, der Zauberer oder das Männerballett, das den Betriebsausflug eines Harems zeigte.

Langanhaltender und begeisterter Applaus belohnte die Akteure für all ihre Mühe und honorierte die viele Arbeit. Auch in diesem Jahr war es Zirkusdirektorin Barbara Clobes wieder gelungen die Zuschauer mit den Darbietungen der Artisten zu faszinieren. Da konnte man erkennen, was die „Kleinen“ in den wenigen Monaten intensiver Arbeit alles gelernt hatten. Aber durch die „Profis“ unter den Artisten erhielt die Vorführung ein besonders hohes Niveau.

Uschi Merten (Main-Post)

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