Elternworkshops – wie kann ich mein Kind beim Lernen unterstützen?

In der Schulentwicklungsgruppe entstand die Idee, im Anschluss an den Elternabend über „Lernen und Gedächtnis“ Workshops für interessierte Eltern zu veranstalten, in denen Mütter und Väter Tipps und Hinweise dafür bekommen, wie sie ihre Kinder beim Lernen unterstützen können, worauf es bei Hausaufgaben und Schulaufgabenvorbereitung wirklich ankommt und was hilft, wenn es nicht so klappt, wie es sich Kinder und Eltern vorstellen.

Die Resonanz war überwältigend. Für die beiden Termine meldeten sich statt der avisierten ca. 30 jeweils ca. 100 Eltern aus den Klassenstufen 5 bis 7 an. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, mussten zusätzliche Lehrkräfte gefunden werden, die eine Arbeitsgruppe übernahmen. Schließlich waren StR' Katrin Volk, StR Stefan Schurz, OStR' Sabine Reif, OStR' Carina Gold, OStR Dr. Roland Kofer und StD' Monika Rahner sowie OStR' Christiane Lehrieder in der Organisation an zwei Abenden in insgesamt sechs Workshops aktiv. Schülerinnen und Schüler der Q11 fanden sich bereit, für das leibliche Wohl in den Pausen zu sorgen.

In den Veranstaltungen, die für die Fächer Latein und Englisch jeweils für Eltern einer bestimmten Klassenstufe durchgeführt wurden, erklärten die Lehrkräfte das sinnvoll Vorgehen bei den Hausaufgaben und beim Lernen der Vokabeln und der Grammatik, aber auch wie man mit den Lehrwerken effektiv arbeiten kann, wie man Wiederholung des Lehrstoffes angeht und wie man für Nachhaltigkeit beim Lernen sorgt. Im Rahmen des Workshops waren Fragen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. So kam ein fruchtbares Gespräch zwischen Lehrkräften und den Vätern und Müttern der Schüler zustande. Die Eltern waren mit diesem Weiterbildungsangebot sehr zufrieden, wie die anschließende Evaluation belegt. Vielfach wurde sogar der Wunsch nach einer Ausdehnung auch auf andere Fächer laut.

Dennoch bleiben Fragen: Ist es eigentlich nötig, solche Veranstaltungen durchzuführen? Haben Eltern nicht schon genug zu tun, müssen denn im G8 auch noch die Eltern beschult werden? Sollen sie nun offiziell „Nachhilfelehrer der Nation“ werden? Dies ist natürlich nicht so. Viele Eltern finden ihren eigenen Weg, viele Schülerinnen und Schüler sind schnell sicher und selbstständig, wenn es um das Lernen geht. Aber alle anderen fanden ein passendes Angebot und können sich nun kompetenter mit der Problematik auseinander setzen.

Und die Kinder? Werden die gar nicht über diese wichtigen Inhalte informiert? Auch das fragten viele Eltern. Dies ist natürlich der Fall, und zwar im Rahmen des ganz normalen Unterrichts. Die Förderung der Selbstkompetenz auf dem Gebiet des „Lernen lernens“ gehört dazu wie die Grammatiklexionen und die Einführung der neuen Wörter. Manchmal muss aber hier vielleicht noch das Bewusstsein dafür geschärft werden.

Gabriele Wollmann