Besenbinders Gretel und der Königssohn

Vergangene Woche brachte die Schulspielgruppe 1 des Gymnasiums Marktbreit das heitere Theatermärchen „Besenbinders Gretel und der Königssohn“ zur Aufführung. Unter der Leitung von Katja Schulte-Bockholt hatte die aus 31 Schülerinnen und Schülern bestehende Gruppe seit Weihnachten für diese große Aufführung geprobt. Das Stück bot den jungen Darstellerinnen und Darstellern viele Möglichkeiten, ihr schauspielerisches Können zu entwickeln – nicht zuletzt wegen der eingestreuten Liedbeiträge, die Carolin Stamm mit den Schülerinnen und Schülern eingeübt hatte.

Das Stück ist ein modernisiertes Märchen, dessen Inhalt zu vielen eigenen Ideen und Spielvariationen reizt: Ein Prinz soll eine Prinzessin finden, aber er ist wählerisch. Er will, dass sie hübsch ist, Rätsel lösen kann und in der Lage ist, einen wirklich guten Eierkuchen zu backen. Das würde ihm genügen. Aber da er ein Prinz ist, wird ihm nahe gelegt, dass das Mädchen auch noch in Seide geboren sein soll. Diese Forderung kommt von der herrischen Oberhofmeisterin, die ihre Tochter gerne als Prinzessin sehen möchte. Es gibt, wie in solchen Situationen üblich, einen Wettbewerb, bei dem die Oberhofmeisterin versucht, durch Intrigen ihre Tochter, die leider eigentlich strohdumm ist, zur Siegerin zu machen. Aber das geht gründlich in die Hose, was das Publikum bei der Aufführung zu Lachsalven bewegte.

Nun, es kommt, wie es im Märchen eben so spielt: Das schönste und klügste aller Mädchen ist Besenbinders Gretel, eben nicht in Seide geboren, sondern in Lumpen. Der Prinz findet sie wunderbar, sie findet den Prinzen wunderbar, und als es zur entscheidenden Frage nach der Herkunft kommt, lügt sie. Eigentlich hat sie vorgehabt, die königliche Familie vor den Kopf zu stoßen, indem sie alle Herausforderungen besteht und dann doch zurücksteht, weil sie eben nicht in Seide geboren ist. Aber wie schon gesagt, sie liebt den Prinzen und lügt. Aber lange hält sie die Lüge nicht durch, denn ihre Schwestern und ihre Mutter kommen auf das Schloss und sie bringt es letztlich nicht übers Herz, ihre Herkunft zu verleugnen. Aber zum Glück kommt es auch jetzt wieder, wie es kommen muss: Sie kriegt den Prinzen, wegen der Liebe, trotz der sozialen Herkunft, ein Märchen eben.

Die jungen Schauspieler haben das Stück mit viel Engagement eingeübt und zur Aufführung gebracht und dafür großen Applaus geerntet.

Katja Schulte-Bockholt

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