Übertritt erleichtern

Vierte Klasse Grundschule bedeutet Stress. Jetzt entscheidet sich, ob die Schülerinnen und Schüler aufs Gymnasium, die Realschule oder die Hauptschule wechseln. Die Eltern sind angespannt, denn sie möchten das Beste für ihr Kind, die Lehrer sind unter Druck, da sie die Kinder bewerten müssen, und die Kinder spüren dies alles.

Die vier Gymnasiasten (vorne) standen den Viertklässlern der Marktbreiter Grundschule für Antworten zum Übertritt zur Verfügung. Englischlehrer Harald Mott (links hinten) unterrichtete zwei Stunden Englisch zum näheren Kennen lernen. Hinten rechts die Klassenlehrerin Ingrid Blase.

Um den Übertritt in die nächste Schule, egal welche, zu erleichtern, gibt es jetzt das „Kleeblatt“. Für das Fach Englisch sind beispielsweise im Schulamtsbezirk Kitzingen Claudia Heidecker (Volksschule Marktbreit), Ingrid Beutler (Hauptschule Marktbreit), Harald Mott (Gymnasium Marktbreit) und Ulrike Sturm (Staatliche Realschule Kitzingen) zu einem Team zusammengeschlossen. Diese Vertreter der vier Schultypen bilden das Kleeblatt. Sie tauschen sich untereinander aus, besprechen die Lehrpläne der einzelnen Schulen, um einen gemeinsamen Konsens zu finden.

Ingrid Blase, Klassenleiterin der 4. Klasse der Grundschule Marktbreit hatte Harald Mott zusammen mit Schülern des Gymnasiums zu einer Probestunde Englisch eingeladen, um die Kinder so auf den Übertritt vorzubereiten. Die 25 Jungen und Mädchen der 4a lernen schon seit der 3. Klasse Englisch, doch wie Ingrid Blase erklärt, ist dieser Unterricht spielerisch und wird nicht benotet. Es wird zwei Stunden Englisch in der Woche unterrichtet, jedoch mit vielen Liedern und Spielen.

Für die Schnupperstunde hatte Harald Mott vier Fünftklässler aus dem Gymnasium mitgebracht, die selbst vorher in der Grundschule in Marktbreit waren. Dies trug zu einem regen Austausch bei, denn die Kinder kannten sich untereinander und daher trauten sich die Grundschüler auch Fragen, die sie beschäftigen, zu stellen: „Wie ist der Übertritt? War es schwierig für euch? Wie lange sitzt ihr über den Hausaufgaben?“ oder auch: „Habt ihr euch gleich zurechtgefunden und fühlt ihr euch wohl?“. In diesem Zusammenhang erklärten die Gymnasiasten gleich das Tutoren-System.

Die Englischstunde, die Harald Mott gemeinsam mit den „Großen“ vom Gymnasium abhielt, machte Spaß. Aber die Grundschüler merkten auch, dass die Ansprüche sehr schnell steigen. Doch für Harald Mott ist es wichtig ihnen zu zeigen, dass der Neubeginn am Gymnasium nicht übermäßig schwierig ist. Immerhin kennen sie die Anfänge des Englisch-Unterrichts, so dass nicht alles neu ist.

Diese Art des Schnupperunterrichts gibt es nicht nur für Englisch, sondern auch für Deutsch und Mathematik und wird in ähnlicher Form auch an der Grundschule in Ochsenfurt angeboten.

Uschi Merten (Main-Post)