Sommerkonzert des Gymnasiums Marktbreit

„Tief in der Sahara, auf einem Dromedara“, so begann das erste Lied des diesjährigen Sommerkonzerts des Gymnasiums Marktbreit in der beinahe voll besetzten Marktbreiter Rathausdiele unter der Gesamtleitung von Herbert Ullmann. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c haben es gesungen und gaben so dem Konzert sein hochsommerliches Motto. Mit ihrer erfrischenden Mischung aus Gesang, Instrumentalbegleitung und kleinen schauspielerischen Einlagen bewiesen sie zugleich, dass auch schon die Jüngsten mit ihrem musikalischen Gespür und ihrer Freude am Musizieren das große Jahreskonzert des Gymnasiums bereichern können.

Es war wie jedes Jahr ein Konzert der gesamten Schulfamilie: Schüler, Lehrer und Freunde des Gymnasiums Marktbreit musizierten gemeinsam in unterschiedlichsten Ensembles. Und das Repertoire war groß, es bestand aus vielen Facetten der internationalen Musik und hatte für jeden Geschmack etwas dabei. So brachte Josef Nusko zwei Lieder des wohl bekanntesten deutschen Liedermachers der Gegenwart, Reinhard Mey, zum Vortrag. Bissig-humorvoll sang er im Lied „Vertreterbesuch“ von den kleineren und größeren Absurditäten des Alltags, träumend-melancholisch war dagegen die Ballade von Ikarus, die vom Fliegen und vom Überschreiten der eigenen Grenzen handelt.

Sehr großen Applaus erhielt auch das Schulorchester, das in diesem Konzert traditionelle Weisen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontinenten in den Mittelpunkt seiner Darbietung gestellt hat. Viele der Stücke waren dem Publikum bekannt und luden zum innerlichen Mitsummen ein. Besonders bei den amerikanischen Traditionals der Sklaven aus den Südstaaten der USA stellte das Orchester sein Können unter Beweis: Der Jubel von „Amazing Grace“ sowie die Wehmut und Sehnsucht des berühmten „House of the rising sun“ wurden auf berührende und gekonnte Weise zum Ausdruck gebracht.

Der Grundkurs Chor, so ist es inzwischen fast schon eine Tradition, experimentierte. „De Guschtav is dumm“, so lautet der Text eines Sprechgesangs von Joachim Fischer, und anhand dieses lustigen Textes bewiesen die vier Grundkursteilnehmer unter der Leitung von Herbert Ullmann, was alles mit der Stimme möglich ist, ohne zu singen. Sie zeigten eindrucksvoll und zugleich sehr unterhaltsam, was Rhythmus ist, was er aus einem Text machen kann und dass schon hier Musik beginnt.

Experimentell und innovativ waren auch die Stücke der Bläser- und der Percussiongruppe. Für beide Ensembles haben die musikalischen Leiter Herbert Ullmann und Barbara Henzold die Stücke selbst komponiert, um der Zusammensetzung der beiden Gruppen gerecht zu werden. Schmunzelnd leitete Herbert Ullmann die Darbietung der Bläsergruppe damit ein, dass hier wirklich ein paar schöne „Spannungsklänge“ zu hören seien. Auch die Percussion-Gruppe unter der Leitung von Barbara Henzold zeigte eine sehr interessante Darbietung. Aus einer Alltagssituation heraus - Jugendliche sitzen an einem Tisch und fangen an, mit verschiedenen Gegenständen auf ihn zu trommeln, woraus sich ein fulminantes Trommelkonzert mit zwei Schlagzeugen und vielen anderen Percussioninstrumenten entwickelte.

Die Klasse 7c bildete mit ausgewählten Liedern aus dem Musical „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ den Abschluss des Konzerts. Die manchmal lustigen, manchmal nachdenklichen Lieder, die sich alle um die Frage, wie man sein Leben am besten gestaltet, drehen, wurden von den jungen Sängern engagiert und mit phantasievoller instrumentaler Untermalung dargeboten.

Der donnernde Schlussapplaus galt allen Musikern und den beiden Leitern Herbert Ullmann und Barbara Henzold. Sie brachten ihr Publikum mit ihren Stücken zum Lachen, zum Träumen, zum Nachdenken und zum Staunen und haben damit eindrucksvoll gezeigt, was Musik alles kann.

Katja Schulte-Bockholt

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