Atemraubende Akrobatik in der Turnhalle des Gymnasiums

18 Uhr, die Premiere der diesjährigen Zirkusvorführung des Gymnasiums Marktbreit findet statt. Zirkusdirektorin Barbara Clobes hat jetzt nicht mehr viel zu tun. Nach der Begrüßung der vielen Zuschauer, die sich in der Turnhalle drängen, hat sie eigentlich frei, denn die 92 Zirkuskinder, die jetzt aufgeregt in den Umkleiden und hinter den Kulissen herumwuseln, müssen sich selber organisieren. Jeder ist für seine Utensilien verantwortlich, doch alle müssen sich gegenseitig helfen und für einander da sein. Endlich können sie alle zeigen, was sie im Laufe des Jahres neu erlernt oder vertieft haben. Aufgeregt ist Barbara Clobes aber trotzdem, schließlich hat sie die Zirkuskinder schon das ganze Schuljahr über trainiert und sie auf diesem Abend vorbereitet, und sie drückt die Daumen, dass alle Darbietungen klappen.

Wie schon in den vergangenen Jahren begann auch die 16. Premiere mit der Begrüßungsnummer, an der alle Zirkuskinder teilnahmen. Die Rahmenhandlung war heuer die Geschichte der Pippi Langstrumpf, die sicherlich auch gerne ein Zirkuskind gewesen wäre. Die Villa Kunterbunt erstrahlte in den unterschiedlichsten Pyramiden, farbenfroh und immer wieder wechselnd. Geschwister von Herrn Nilson turnten am Sechser-Trapez, während das Pferd „Kleiner Onkel“ als Sprungbrett für die gekonnten Turnvorführungen herhalten musste.

Die Szenen wechselten schnell, so dass es für die Zuschauer nie langweilig wurde. Besen-Stomp mit Schlagzeug, bunte Ball-, Ring- und Keulenjonglagen, Hula-Hoop, Devil-Stick, Kugellauf, Diabolos, Seilspringen, Einräder, Bodenturnen oder Stelzenlauf, alles, was die klassischen Zirkuselemente zu bieten haben, war zu sehen. Die 34 Anfänger, die erst seit Beginn des Schuljahres trainieren, fügten sich so gut ein, dass sie bei der Aufführung als Neulinge nicht zu erkennen waren. Die Artisten traten in immer wieder wechselnden farbenfrohen Kostümen auf, die perfekt zu ihren Vorführungen passten.

Die einzelnen Nummern wurden relativ kurz gehalten, wobei jedoch genau das große Können der Artisten zu sehen war. Dadurch konnte in der dreistündigen Vorstellung eine große Vielfalt von Zirkuskünsten gezeigt werden. Auffallend war dieses Jahr, dass die Vorführungen am Trapez, sei es das Sechser-Trapez mit den Äffchen oder das Partnertrapez, das den Sternenhimmel symbolisierte oder auch das Tuch-Trapez besonders schwierig waren. Die Artisten zeigten tatsächlich perfektes Können.

Vor einigen Jahren wurde das Vertikaltuch als neues Zirkuselement eingeführt, und die Akrobaten zeigten auch heuer wieder eine faszinierende Mischung aus Kraft und Eleganz. Auch die Künstlerinnen am Aerial-Ring, der durch die Luft schwebte, beeindruckten mit ihren Darbietungen, ebenso wie die stimmungsvolle und fernsehreife Partnerakrobatik, die perfekt und ausgefeilt war.

Bei dieser Vorführung zeigte sich das große Können der Zirkuskinder, die schon seit vielen Jahren trainieren und sich kontinuierlich weiterentwickelt haben. Doch ohne das „Gewusel“ mit den Einrädern, dem Swinging, dem Kugellauf, den Jonglagen oder dem Rock’n Roll, wo auch die Neulinge eingebaut waren und mitmachen konnten, wäre es eben keine harmonische und phantasievolle Zirkusvorstellung gewesen. Dazu gehörten auch die unterhaltsamen Zwischennummern während der Umbauphasen, die optimale Auswahl der passenden Musik, die die Zuschauer manchmal mitriss und klatschen ließ, jedoch bei anderen Nummern auch schauernde Gefühle erzeugte.

Langanhaltender und begeisterter Applaus belohnte die Akteure für all ihre Mühe und honorierte die viele Arbeit. Auch in diesem Jahr war es Barbara Clobes wieder gelungen die Zuschauer mit den Darbietungen der Artisten zu faszinieren. Da konnte man erkennen, was die „Kleinen“ in den kurzen Monaten intensiver Arbeit alles gelernt hatten. Aber durch die „Profis“ unter den Artisten erhielt die Vorführung ein besonders hohes Niveau.

Monika Rahner, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasium bedankte sich bei Barbara Clobes, die das Zirkusprojekt über so viele Jahre nun schon betreut. Sie meinte auch, dass der Zirkus Gymnelli ein Aushängeschild für das Gymnasium und die Beizeichnung „Zirkuskind“ für die Mitwirkenden eine Auszeichnung sei.

Uschi Merten (Main-Post)

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