Schüleraustausch in Coutances

Vor der Abfahrt waren wir alle sehr angespannt und aufgeregt, weil wir wussten, dass wir über eine Woche in einer fremden Familie in einem fremden Land sein würden und dass wir uns bei Komplikationen nur in einer fremden Sprache verständigen können würden. Jedoch waren wir auch froh und glücklich, weil wir uns auf die Zeit in Frankreich freuten und wussten, dass es unseren Mitschülern genauso erging wie uns.

Donnerstag Morgen war es dann so weit: Die Abfahrt nach Frankreich. Um 5.45 Uhr standen wir schließlich alle unausgeschlafen vor dem Bus und die Spannung und Angst vor dem fremden Land nahm zu.

Auf der Busfahrt wurden dann die schlimmsten Situationen in den Gastfamilien heraufbeschworen und es kamen immer mehr Fragen über französische Sitten auf. Ablenkung fanden wir schließlich bei Musikhören, Filmschauen, Essen und Zeitschriftenlesen. Als jedoch nach 12,5 Stunden Busfahrt das Ortschild „Bienvenue à Coutances“ durch das Fenster zu sehen war und Frau Volk ankündigte, dass wir in Kürze unser Ziel erreichen würden, wurden wir immer aufgeregter. Viele Fragen wurden noch schnell ausgetauscht (was nicht gerade zur Beruhigung beitrug) und französische Begrüßungssätze auswendig gelernt. Als wir aus dem Bus stiegen, regnete es dann wie aus Eimern. Wir wurden aber dafür umso herzlicher von unseren corres und ihren Eltern empfangen und die viel diskutierte Frage, ob man dem Gastvater auch ein Küsschen auf die Wange geben sollte oder nicht, erledigte sich von selbst.

Im Haus der Familie angekommen, wurden die Koffer auf das Zimmer gebracht, das Haus besichtigt und ein liebevoll bereitetes Essen serviert. Wir waren alle von der nicht erwarteten Gastfreundlichkeit der gesamten Familie überrascht und erfreut darüber, was die Familie alles für unser Wohlbefinden tat. Nach der Verteilung der bayerischen Gastgeschenke (die auch reichlich Gesprächsstoff lieferten), tauschten wir uns über typisch deutsche und französische Sitten aus, wobei viel gelacht wurde.

Am Wochenende waren viele von uns auf einer Geburtstagsfeier, doch zuvor haben wir alle noch die französische Küche genossen - dabei stellten wir fest, dass wir Deutschen viiiiieeeel mehr Hunger haben als unsere französischen Nachbarn! Auf der Party wurden die deutsch-französischen Unterschiede wieder deutlich, da wir beispielsweise nicht Zuhause sondern auf dem kalten Boden in einem Partyraum schliefen… die Deutschen ab 1 Uhr, die Franzosen ab 5 Uhr!

Am Dienstag fand ein erlebnisreicher Tagesausflug zum Mont - St.Michel statt.

Der erste Gedanke nach der eineinhalb stündigen Fahrt war: Auf dieses riesige Ding müssen wir rauf??? Danach folgten dann gefühlte 10000 Stufen zum Klostereingang, wo wir kurz warten mussten. Wir betraten das Kloster in 4er-Gruppen mit allwissenden Walky-Talkies und schossen reichlich Fotos, die meisten davon auf den Aussichtsplateaus mit Meerblick. An die Klosterbesichtigung schloss sich dann die Wattwanderung an, zu der wir uns am Bus wiedertrafen. Nach einem kurzem Schock – Frau Volk erklärte uns, dass Mademoiselle Hinault nicht mitgehen würde, weil sie bei Wattwanderungen schon mehrere Familienmitglieder verloren hätte ;) – zogen wir dann doch unsere Schuhe aus und krempelten unsere Hosen möglichst weit hoch, denn Frau Volk, unsere Komikerin, erklärte uns bevor wir endgültig losmaschierten, dass man mindestens bis zum Bauchnabel einsinken würde. Der Führer wies uns schließlich noch auf die Gefahren der “sables mouvants“ hin, sodass wir mittlerweile unter Todesangst standen, welche noch durch die angekündigte Dauer (6 Stunden laut Frau Volk) verstärkt wurde, aber trotzdem in das richtig eklige Watt losmaschierten. Nachdem wir uns daran gewöhnt hatten, verbrachten wir letztendlich drei wunderschöne Stunden bei strahlendem Sonnenschein im Watt. Dieser Ausflug, inklusive Wattwanderung, hat uns allen super gefallen und wir werden uns unser Leben lang daran erinnern. =)

Abschließend kann man sagen dass der gesamte Austausch eine unvergessliche und unwiederbringliche Erfahrung, sowohl kulturell als auch menschlich und sprachlich war! Wir sind alle sehr froh daran teilgenommen zu haben.

Verfasst von Schülerinnen und Schülern der Klassen 9a und 10c

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