Zauberhafter Orient

Vorhang auf und Manege frei hieß es wieder für die 70 Artisten des Schulzirkus Gymnelli des Gymnasiums Marktbreit. Endlich konnten sie alle zeigen, was sie im Laufe des Jahres neu erlernt oder vertieft hatten. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen nur die Eltern und Geschwister zur Zirkusvorführung. Wegen der enormen Leistungen ist die Veranstaltung inzwischen ein Geheimtipp, und die Zuschauer kommen von weit her, um die Darbietungen der jungen Artisten zu bewundern, weshalb beide Vorstellungen bereits seit Tagen ausverkauft waren.

Hinter den Kulissen, in diesem Falle in den Umkleiden der Turnhalle, ist nervöses Gelächter und aufgeregtes Getuschel zu hören. Jedes Zirkuskind kontrolliert seine Utensilien, die verschiedenen Kostüme, überprüft ob alles bereit liegt und wirklich nichts vergessen wurde. Schließlich sind die 70 Zirkuskinder für die nächsten drei Stunden für sich selbst verantwortlich und müssen dafür sorgen, dass die ausverkaufte Vorstellung ein Erfolg wird.

„Zauberhafter Orient“ war das diesjährige Motto, und die Zuschauer wurden tatsächlich verzaubert. Die Farbenpracht, der Glanz, aber vor allem das Können und die Magie der Artisten entführten in eine ferne Welt. Alle artistischen Leistungen und Kunststücke, die der Zirkus hergibt wurden geboten. Die Choreographie und die passend ausgewählte Musik verstärkten den optischen Eindruck, den die Artisten in den farbenprächtigen, passenden Kostümen boten. Klassische Zirkuselemente, wie Jonglage, Kugellauf, Seillauf oder Trapez wechselten mit neueren Elementen, wie Schwarzlicht, Einradfahren oder Vertikaltuch. Die Seilspringer stellten das Luftflimmern in der Wüste dar, während der „Haremsnachwuchs“ tanzte und die Adagio-Akrobatik Kraft und Geschmeidigkeit ausstrahlte.

Erstaunlich ist immer wie viele Zirkuskinder das Einradfahren beherrschen. Da wird im Kreis, in Ketten, vorwärts und rückwärts oder auf dem Hocheinrad gefahren. Die Gruppe der Bodenturner zeigt Räder, Sprünge, Flic-Flacs und wirbelten über die Minitrampoline durch die Luft. Die Darbietungen mit den Diabolos werden immer ausgefeilter, gekonnter und mit neuen Varianten, während die Schlangenbeschwörer die Devil-Sticks perfekt beherrschten und die Jongleure nicht nur Bälle und Keulen, sondern auch das Obst des orientalischen Marktes durch die Luft warfen. Durch die Fangtechnik bei der Ringjonglage wechseln die Ringe die Farben und ergeben so ein prächtiges Bild ergeben.

Vor einigen Jahren wurde das Vertikaltuch als neues Zirkuselement eingeführt, und die sieben Akrobaten zeigten absolutes Können. Kraft, vereint mit Eleganz ergab eine faszinierende Mischung, und die Falldarbietungen ließen den Zuschauern den Atem stocken. Großen Applaus erhielten die Darbietungen am Aerial-Ring, der durch die Luft schwebte und die Trapezkünstler. Sei es das Partnertrapez, das den Sternenhimmel in der Wüste symbolisierte oder das 6-er Trapez und die beiden letzten Sterne am Einzeltrapez. Die Atem raubenden Darbietungen zeigten sie nicht nur eine große turnerische Leistung, sondern wirkten durch das verwendete Schwarzlicht und ihre Kostüme besonders effektvoll.

Ein gewisser Angstschauer überkommt den Zuschauer immer bei den Feuernummern, der Jonglage mit Feuerkeulen oder dem Fackelswinging, bei dem durch die entsprechende Musik die Zuschauer regelrecht mitgerissen wurden. Unterhaltsam sind die kleinen Zwischennummern während der Umbauphasen, sei es das kreuzende Kamel, die Clownseinlagen oder die Zauberbälle.

Langanhaltender und begeisterter Applaus belohnte die Akteure für all ihre Mühe und honorierte die viele Arbeit. Auch in diesem Jahr war es Barbara Clobes wieder gelungen die Zuschauer mit den Darbietungen der Artisten zu faszinieren. Da konnte man erkennen, was die „Kleinen“ in den kurzen Monaten intensiver Arbeit alles gelernt hatten. Aber durch die „Profis“ unter den Artisten erhielt die Vorführung ein besonders hohes Niveau.

Uschi Merten (Main-Post)

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15 Jahre Zirkus Gymnelli

Plakat: 15 Jahre Zirkus Gymnelli