Das Märchenkartell

Wie manches Mal in den letzten Jahren hat sich die Schulspielgruppe I in diesem Schuljahr die Aufführung einer Märchenparodie vorgenommen. Das Stück trägt den Namen „Das Märchenkartell“.

Die Ausgangssituation gibt das Märchen Schneewittchen vor: Nachdem Schneewittchen durch den vergifteten Apfel außer Gefecht gesetzt wurde, suchen die sieben Zwerge eine neuen Haushaltshilfe. Hier nun greift die Unternehmensberatung Mac Rumpel und Stiehlts in das Geschehen ein. Ihre Mitglieder versuchen jetzt Aschenputtel den Job zu vermitteln und zugleich aus den sieben Zwergen ein profitables Unternehmen zu machen. Sie kreieren die Lotterie „Nur wer mitküsst, kann gewinnen“ und sorgen dafür, dass alle, die es versuchen wollen, Schneewittchen probeweise küssen können, natürlich gegen Bares. Um weiteren Profit aus der Situation zu schlagen, gibt es einen Kuss-Workshop, in dem die Probanden auf das Wachküssen vorbereitet wurden. Das ganze wurde vom Boulevard-Magazin „Donner“ mitverfolgt und die Akteure des Märchens mussten sich immer wieder in der Talkshow der Fernsehsendung den Fragen der hippen Moderatorinnen stellen. Und so entstand eine Parodie, die Märchenelemente mit modernen Gesellschaftserscheinungen mischt und in vielen Szenen sehr zum Lachen angeregt. Ob die Zwerge, die nun ihre betriebswirtschaftliche Ader entdeckt hatten, in Anzug und Sonnenbrillen auftraten, ob der Schönheitschirurg Dr. Silikonka den Gesundheitszustand der vergifteten Prinzessin kommentierte oder ob Madame Hollé, das Orakel von Wolkenstein versuchte, die Ereignisse vorherzusagen, immer ging es schräg und turbulent zu. Dass zwei Prinzen auftraten, die eher an moderne Hip-Hop-Anhänger erinnerten, oder dass sich die Märchenprinzessinnen nach Zickenart in der Talkshow bekämpften, trug ebenfalls sehr zur Erheiterung bei.

Wie schon im vorletzten Jahr konnten wir unser Stück auch auf den Schultheatertagen des Mainfrankentheaters Würzburg zur Aufführung bringen, was immer ein besonderes Ereignis ist. Es machte den jungen Schauspielern großen Spaß, auf einer richtigen Bühne zu spielen, mit professionellen Licht- und Tonanlagen zu arbeiten und sich in echten Künstlergarderoben umzuziehen und zu schminken - eben echte Theaterluft zu schnuppern.

Katja Schulte-Bockholt

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