Kollegiaten als Forscher-Reporter

Als Reporter auf Recherchetour bei den Wissenschaftlern und als Forscher selber experimentieren

Auch bei der zweiten Staffel „Forscher-Reporter“ - ein besonderes Projekt des Rudolf-Virchow-Zentrums für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg - waren Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Gymnasiums Marktbreit dabei. Die Kollegiaten Nina Graf, Johannes Holubar, Katharina Hofmann, Katharina Jörg, Ina Kindermann, Lena Lauber, Hannes Schmidt und Philipp Werther opferten einen Teil ihrer Osterferien und beschäftigten sich eine Woche lang mit analytischer Herangehensweise an eine Fragestellung und mit wissenschaftlichen, sowie journalistisches Arbeitsmethoden.

Am Anfang stand ein naturwissenschaftliches Problem: Ein Bakterienstamm wächst unter bestimmten, unbekannten Umständen nicht, ein zweiter aber schon! Die Nachwuchsforscher sollten herausfinden, welche Proteine in den Bakterien dafür verantwortlich sind. Bevor es ins Labor ging, wurden Grundlagen wiederholt und die Versuche genau geplant. Zu ihrer Unterstützung trafen die Schüler auf ein erfahrenes Team aus Diplom-Biologen. Die engagierten Gymnasiasten experimentierten selbstständig und machten sich mit verschiedenen Techniken aus der aktuellen Forschung, wie 2D-Gelelektrophorese und Massenspektrometrie zur Proteinanalyse, vertraut und konnten so Unterschiede zwischen den beiden oben genannten Bakterien feststellen und dokumentieren.

Der zweite Teil des Projekts bestand darin den Wissenschaftlern als Reporter bei der Arbeit über die Schulter schauen und ihnen Informationen zu entlocken. Mit einem großen Mikrofon und neu erworbenem Hintergrundwissen aus dem Labor bestens ausgerüstet, zogen sie los, um den Wissenschaftlern Fragen zu stellen. Aufgeteilt in zwei Gruppen, beschäftigte sich eine Gruppe mit der Veränderung von Proteinstrukturen im Gehirn bei Lernprozessen von Fliegen. Die andere Gruppe setzte sich mit biomedizinischen Untersuchungen zur Vermeidung von Thrombosen nach einer Operation auseinander. Hier galt es blutverdünnenden Medikamente in der richtigen Konzentration anzuwenden, so dass weder Blutungen noch Blutgerinnsel auftraten. Als gute Reporter mussten die Schüler ausführlich recherchieren und sich überlegen, wie sie die Reportage interessant und verständlich für den Hörer gestalten. Die richtigen O-Töne zu sammeln, war nicht immer ganz leicht. Dabei mussten die Nachwuchsjournalisten die Wissenschaftler so lange löchern, bis sie alle Informationen verständlich zusammen getragen hatten. Ziel war es zwei Radioreportagen zu erarbeiten, die sendefähig sind oder auf einer Homepage veröffentlicht werden können. Das Rohmaterial aus den Interviews, sowie Töne, Geräusche und Musik hatten die Kollegiaten bereits gesammelt. Allerdings fehlten noch persönlichen Eindrücke, Beobachtungen und Schilderungen vom Reporter. Nach dem Einsprechen selbsterarbeiteter Sprechertexte konnte das Ganze zusammengeschnitten werden, so entstand ein richtige Radio-Reportage (zu finden unter http://www.forscherreporter.de).

Das junge „Forscher-Reporter“ - Team erhielt einen Einblick in die aktuelle Forschung am Rudolf-Virchow-Zentrum und in journalistische Arbeitsweisen. Die Kollegiaten arbeiteten mit großer Begeisterung und Zielstrebigkeit und erzielten beeindruckende Ergebnisse. Intension dieser Kooperationsarbeit, die von Seiten der Schule durch Dr. Christina Oßwald unterstützt wurde, war eine Förderung des Nachwuchses sowohl im naturwissenschaftlichen als auch im journalistischen Bereich. Ganz davon abgesehen, dass dieses Projekt für die Schülerinnen und Schüler aus den Leistungskursen Biologie und Chemie ein unvergleichbares Erlebnis war und ihnen die Möglichkeit gab unter professionellen Bedingungen wissenschaftlich zu arbeiten.

Dr. Christina Oßwald

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