Afrikanischer Abend

Man fühlte sich nach Afrika versetzt, wenn man die Turnhalle des Gymnasiums Marktbreit betrat. Da waren die Wände dekoriert mit afrikanischen Gewändern, Masken und Stelen, es erklang rhythmische Trommelmusik und die unterschiedlichsten afrikanischen Gerichte dufteten, wie „Harira“, eine nordafrikanische Kartoffelsuppe, afrikanisches Gebäck, wie Kokosplätzchen, Fladenbrot, Kürbiskuchen, Bananenküchlein, dazu gab es Frucht- und Teegetränke. Die Klassen 8b und 8d präsentierten erstmals ihr fächerübergreifendes Projekt, wie es das G 8 eigentlich als Standard für jede Jahrgangsstufe vorschreibt.

Dem für die Zuschauer und Zuhörer unterhaltsamen und informativen Abend ging eine lange Vorbereitungszeit der Lehrkräfte der Fächer Deutsch, Geographie, Kunst, Musik, Sport und Religion voraus. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg, speziell mit Claudia Wöhrl, die ein Didaktikseminar für Deutsch leitet, hatten sich alle Beteiligten auf ein Thema geeinigt: Afrika!

Claudia Wöhr ist die Autorin des Jugendbuches „Im Herzland“, das sich mit dem Thema Aids auseinandersetzt. Dieses Buch wurde im Deutschunterricht als Lektüre gelesen und die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich sehr intensiv mit dem Thema Aids bei uns hier in Deutschland, mit den Problemen, den medizinischen und Aspekten, die im Zusammenhang mit der Krankheit auftreten.

Im Fach Geographie beschäftigten sich die Jugendlichen nicht nur mit Natur- und Kulturgeographie von Afrika, sondern auch mit dem Aidskontinenten. Im Musikunterricht dagegen wurde Rhythmik groß geschrieben und Percussion geübt, während im Sportunterricht ethnischer Tanz auf dem Programm stand. In einer Schnupperstunde haben alle Schülerinnen und Schüler getrommelt und getanzt. Zehn Schüler waren so begeistert, dass sie an einem Trommelworkshop unter der Leitung des Trommellehrers Andi Oechsner teilgenommen haben, während die Schülerinnen bei der Tanzlehrerin Lisa Staimer afrikanische Tänze einstudierten. Im Kunstunterricht wiederum wurden Stelen bemalt, Masken und Maskencollagen angefertigt und das Kassenzimmer der 8 d im afrikanischen Stil in warmen gelb- und orangefarbenen Tönen neu gestaltet.

Um alle Vorbereitungen für die große Präsentation am Afrikaabend zu bewältigen, war es notwendig auch außerhalb des üblichen Unterrichts zu arbeiten. Da wurde zu Hause gebacken und die Turnhalle dekoriert. Die Workshops fanden am Wochenende statt, so dass sowohl die Schüler als auch die Lehrer gefordert waren. Am Anfang des Projektes, das sich über mehrere Monate hinzog waren die Jugendlichen nicht immer begeistert und leistungsorientiert. Doch je näher der Abend rückte, desto motivierter wurden alle. Zeitweise sei es sehr hart und schwierig für die Schülerinnen und Schüler sich so intensiv mit dem Thema Aids auseinander zu setzen, ist sich Oberstudienrätin Barbara Clobes sicher.

Die Präsentation am Afrikaabend, durch die Carina Keller und Felix Burckhardt führten, zeigte dann jedoch den hohen Wissenstand der 8b und 8d, wenn es um das Thema Afrika und Aids ging. Engagiert wurden in aufwändigen und arbeitsintensiven PowerPoint-Präsentationen die Ergebnisse von Umfragen präsentiert, die Rechte der HIV-positiven Menschen erklärt, aber auch die Ängste, Vorwürfe, Mobbing der Erkrankten und Missverständnisse kamen zur Sprache. Dazwischen wurden afrikanische Tänze aufgeführt und es erklang stimmungsvolle Trommelmusik, so dass trotz des ernsten Themas für Unterhaltung gesorgt war.

Ein wichtiges Thema für die Jugendlichen war die Vorstellung des Dream-Projektes der Gemeinschaft Sant’Egidio. Sie hatten auch entschieden, den Erlös des Abends an dieses Projekt weiter zu geben, da somit Jugendliche in Afrika mit Aidsmedikamenten versorgt werden können.

Dream-Programm der Gemeinschaft Sant’Egidio:

Die Gemeinschaft Sant’Egidio entstand 1968 in Rom und ist heute eine internationale Laienbewegung, zu der mehr als 50.00 Personen gehören. Dream bedeutet Drug Resouce Enhancement against AIDS and Malnutrition. Ca. 400 ehrenamtliche Mitarbeiter aus vielen Teilen Europas helfen bei der Prävention und der Therapie gegen HIV-Infektion. Mit 550 Euro kann ein AIDS-Kranker in Afrika ein ganzes Jahr lang versorgt werden, mit Therapie und Betreuung, inkl. Kosten für Labor, Medikamente, Nahrungsmittel häuslicher Krankenpflege und Behandlung der Begleiterkrankungen. Besonders Kinder und Jugendliche werden betreut, wobei versucht wird, die Familie einzubeziehen, um somit die Familienstrukturen zu erhalten.

Der Aufwand des Projektes und die monatelange Vorarbeiten an denen die Lehrkräfte Yvonne Ebert (Deutsch), Barbara Clobes (Geographie und Sport), Krank Udhardt (Geographie), Ulrike Dietrich-Knobling (Kunst), Werner Karl (Kunst) und Stefan Goldhahn (Musik) beteiligt waren, hatte sich eindeutig gelohnt, wie das Engagement, der hohe Wissensstand der Schülerinnen und Schüler und der erfolgreiche Afrikaabend bewies.

Uschi Merten (Main-Post)

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