Adventskonzert des Gymnasiums Marktbreit

Es ist nun schon zu einer Tradition geworden: das Adventskonzert des Gymnasiums Marktbreit. Auch in diesem Jahr musizierte die Schulfamilie gemeinsam in der festlich geschmückten St.-Nikolai-Kirche in Marktbreit. Unter der Gesamtleitung von OStR Herbert Ullmann zeigten über 80 Schüler, Lehrer und Freunde des Gymnasiums ihr musikalisches Können und stimmten ihr Publikum auf die Weihnachtstage ein. Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Jaqueline Barraud-Volk leitete das Schulorchester das Konzert mit festlich-barocken Sätzen von Gant, Boismortier und Rameau ein.

Was nun folgte, war ein gelungenes musikalisches Experiment, denn der ganze weitere Konzertabend sollte sich um eine Fuge und ihre Variationen gruppieren. Es handelte sich um eine Auswahl aus Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“. Dieser Zyklus von 16 Fugen zählt zu einem der größten Meisterwerke des Barockmusikers, das aber selten in Konzerten gespielt wird. Das Thema der Fuge besteht aus einer einfachen Melodie aus vier Takten, die in unterschiedlichen Variationen aufgegriffen, weitergesponnen und verändert wird. Nachdem Herbert Ullmann dem Publikum das Thema auf der Viola vorgestellt hatte, wurden die unterschiedlichen Variationen von zwei Instrumentalgruppen in einem musikalischen Dialog präsentiert. Die erste Gruppe unter der Leitung von Herbert Ullmann bestand aus vier Streichern und einer Flötistin. Klassisch und virtuos realisierten sie ihre Variationen, besonders das gelungene Zusammenspiel der hellen Sopranflöte und der festlichen Streichinstrumente machte den Reiz dieser Sätze aus. Die zweite Gruppe unter der Leitung von StRef Stephan Goldhahn bestand aus Bläsern, die mit Klarinette, Sopransaxophon, Baritonsaxophon und Posaune musizierten. Und diese Gruppe zeigte, wie modern Bach sein kann: Fast wie Jazz, Blues oder Swing hörten sich einige der von ihnen realisierten Variationen an.

Wie ein Leitmotiv zogen sich die Fuge und ihre Variationen durch das ganze Konzert, und um sie herum rankten sich die weihnachtlichen Weisen der anderen Instrumentalgruppen und der Chöre. Da war zum einen der Schulchor, der in einem Block traditionelle Weisen aus Afrika sang, in einem anderen englischsprachige Kanons der Neuzeit und auch bewies, dass er einem lateinischen Marienhymnus aus dem Mittelalter gewachsen war. Auch der Grundkurs Chor, bestehend aus fünf Schülerinnen und Schülern der 12. und 13. Jahrgangsstufe, zeigte sein Können. Von der Empore herab präsentierten sie zwei Chorsätze der Renaissance mit der ihnen eigenen klassischen Strenge und meditativen Präsenz. Natürlich durften auch die Jüngsten nicht fehlen. Unter der Leitung von Stephan Goldhahn sangen und spielten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a weihnachtliche Lieder aus Spanien und Frankreich. Dass das Cello die junge Cellistin selbst überragte, rief bei manchem Zuschauer ein kleines Schmunzeln hervor.

Den stimmungsvollen Abschluss des Konzerts stellte das Blasorchester unter der Leitung von StRin Andrea Heilmann dar. Die große Bläsergruppe spielte Weihnachtslieder aus aller Welt, und am Schluss durfte sich auch das Publikum beteiligen und sang gemeinsam mit dem Orchester ein Adventslied.

Und so klang es mal ruhig und meditativ, mal feierlich und getragen und mal mit Jazz und Swing im Unterton durch die weihnachtliche Kirche. Mal lateinisch, mal englisch, mal deutsch und mal afrikanisch waren die Lieder. Man kann zusammenfassend sagen: Es war ein buntes und gelungenes Konzert mit Musikstücken aus aller Welt, das sein Publikum auf die weihnachtliche Festzeit einstimmte.

Katja Schulte-Bockholt

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