Schüleraustausch mit der Tschechischen Republik

Das zweite Mal seit dem Bestehen der Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium Marktbreit und dem Gymnasium Zábřeh in der Tschechischen Republik ist eine Schülergruppe des Gymnasiums Marktbreit nach Zábřeh gereist und erlebte Tschechien von seiner schönsten Seite.

Nach der zwölfstündigen Bahnreise wurde die Gruppe, die aus 15 Schülerinnen und Schülern aus den zehnten und elften Klassen bestand, aufs Herzlichste von ihren Gastgebern in Zábřeh empfangen, einem Städtchen etwa 200 km östlich von Prag in unmittelbarer Nähe zum Altvatergebirge. Und in den nächsten sechs Tagen wurde den deutschen Schülern unter der Leitung der verantwortlichen Lehrerin Ivana Kezniklová ein buntes und abwechslungsreiches Programm geboten, so dass sie einen sehr interessanten Einblick in die tschechische Kultur und Lebensweise erhalten haben. Zunächst wurden sie am Morgen vom Schulleiter des Gymnasiums Zábřeh, Herrn Paclík Martin willkommen geheißen, der betonte, wie sehr er sich über die Zusammenarbeit der beiden Gymnasien freue. Auch der Bürgermeister der Stadt Zábřeh, Herr Petr Fabián begrüßte die Schülergruppe offiziell im Rathaus und verlieh seiner Freude über die Partnerschaft beider Schulen Ausdruck. Er betonte, wie wichtig das Aufeinanderzugehen der beiden Nachbarländer Tschechien und Deutschland sei, und hob die Rolle der Jugend bei diesem Prozess besonders hervor.

Dass die Jugendlichen beider Länder dieser Aufgabe gewachsen sind, bewiesen die tschechischen und deutschen Schüler in dieser gemeinsamen Woche. Sie besuchten gemeinsam den Unterricht im Gymnasium Zábřeh und die deutschen Schüler erhielten einen interessanten Einblick in den Deutschunterricht an einer tschechischen Schule. Gemeinsam unternahmen die Schüler Ausflüge in die nähere Umgebung. So besuchten sie an einem Tag die wunderschöne Barockstadt Olomouc. Neben den Sehenswürdigkeiten erlebten die Jugendlichen noch ein sportliches Ereignis besonderer Art: Sie stellten ihren Mut und vor allem ihre Teamfähigkeit in einem Hochseilgarten unter Beweis. In schwindelnder Höhe kletterten sie über gespannte Seile und aufgehängte Baumstämme. Deutsche und tschechische Schüler sicherten sich gegenseitig und unterstützen einander bei der Kletterei in großer Höhe. Auch die berühmte Tropfsteinhöhle von Javoříčko war ein beeindruckendes Erlebnis für die deutschen Schüler. Außerdem besuchte die deutsche Gruppe die Käserei in Loštice, die seit dem 15. Jahrhundert die Olmützer Quargeln herstellt, eine bis heute gefragte Spezialität der tschechischen Küche. Doch auch in Zábřeh selbst gab es Handwerk zu besichtigen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler Einblick in eine Keramikfabrik gewinnen und einer der deutschen Schüler durfte sich sogar selbst im Töpfern an der elektrisch betriebenen Töpferscheibe versuchen.

Das abwechslungsreiche Programm bot den deutschen Schülern aber auch noch Zeit, private Ausflüge und Unternehmungen mit ihren neuen tschechischen Freunden zu unternehmen. So wurde gemeinsam Fußball gespielt und geschwommen, die Gastfamilien zeigten ihren deutschen Schützlingen weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Alle deutschen Schüler zeigten sich beeindruckt von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit ihrer tschechischen Gastfamilien. Man verständigte sich auf deutsch und englisch, ein paar Brocken tschechisch waren schnell gelernt und kleinere sprachliche Hindernisse boten Anlass zur allgemeinen Heiterkeit.

Am letzten Abend in Zábřeh wurde den Schülern noch ein Musikerlebnis besonderer Art geboten. Aus Anlass des 250. Todesjahres von Heinrich Heine veranstalteten ehemalige Schüler des Gymnasiums Zábřeh einen Kammerabend mit Musik und Poesie. Es wurden Musikstücke und Lieder aus der Zeit Heines sowie dessen Gedichte in deutscher Sprache vorgetragen.

Nach fünf Tagen in Zábřeh brach die gesamte Gruppe deutscher und tschechischer Schüler dann zum Höhepunkt ihrer gemeinsamen Woche auf: Sie besuchten Prag. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die wunderschöne Stadt an der Moldau mit all ihren Reizen. Die Prager Burg, der mächtige Sankt-Veits-Dom, die malerische Karlsbrücke, der Altstädter Ring und der Wenzelplatz werden sicher eine bleibende Erinnerung und eine Einladung zum Wiederkommen sein. Einer der Höhepunkte des Pragbesuchs war auch die Fahrt auf der Moldau, bei der man die prächtige Stadt mit all ihren Bauwerken noch einmal aus einer anderen Perspektive bewundern konnte.

Nach einer Woche machte sich die deutsche Gruppe voll von unvergesslichen Eindrücken wieder auf den Heimweg. Es war eine rundum gelungene Reise, die mit ihrem vielfältigen Programm einen echten Eindruck von unserem für viele noch recht unbekannten Nachbarland geboten hat. Natürlich gab es beim Abschied Tränen, aber der Schmerz war nicht allzu groß, denn schließlich wird die tschechische Schülergruppe schon kurz vor Ostern ihren Gegenbesuch am Gymnasium Marktbreit antreten, auf den sich alle schon jetzt freuen.

Katja Schulte-Bockhholt

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